Citymarketing-Chef sorgt mit Äußerung bei Podiumsdiskussion für Ärger

Eine Aussage von Mainzplus-Citymarketing-Geschäftsführer August Moderer sorgt gerade für Ärger. Auf einem Talk-Abend äußerte er sich zu den von Corona betroffenen Mainzer Künstlern. Auf Facebook erntet er nun dafür scharfe Kritik.

Citymarketing-Chef sorgt mit Äußerung bei Podiumsdiskussion für Ärger

Viele Mainzer Gastronomen, Unternehmer und Künstler sind von der Corona-Krise hart getroffen worden. Einige stehen sogar vor dem finanziellen Ruin. Ein Kommentar von August Moderer, dem Geschäftsführer von Mainzplus Citymarketing, zu den möglichen Folgen für die Unternehmer und Künstler sorgt nun für Unmut. So kritisiert der Chef des Hardrock-Clubs „Alexander The Great“ (ATG), Michael Vogt, die Äußerung Moderers in einem Facebook-Post deutlich. Nun meldet sich Moderer selbst zu Wort und nimmt Stellung zu seinem Kommentar.

Aufgeheizte Stimmung

Wie Vogt in seinem Dutzende Male geteilten Facebook-Post schreibt, habe er am Donnerstagabend an einer öffentlichen Veranstaltung des Radiosenders Antenne Mainz („Antenne Talk im Hyatt“; Anmerkung der Redaktion) teilgenommen. Dabei sei es um die Corona-Pandemie, ihre Auswirkung auf die Gastronomie und kleine Geschäfte gegangen. Unter anderem sei auch August Moderer dabei gewesen. Seine Anfrage, so Vogt in dem Post, sei gewesen, wie man der ganzen Kulturszene helfen könne - von der Klofrau auf Veranstaltungen, über den Techniker, bis hin zum Künstler hinter seinem Mikro.

Dann zitiert Vogt, wie er schreibt, wörtlich die Aussage Moderers, die ihn stört: „Es werden einige nicht überleben, sie müssen sich dann halt eine Arbeit suchen, wo man Geld verdient.“ Und fügt dann in seinem Post an: „Der Herr will mir sagen, ich soll nach 20 Jahren halt mir ne Arbeit suchen, wo ich Geld verdiene!?! Also Leute, ihr seht jetzt, wo wir stehen, hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner. Dann lasst es uns diesen arroganten Typen mal zeigen, wo wir stehen. Wenn die denken, dank Corona werden sie uns endlich los, lasst es uns zeigen - so nicht!“

In den Reaktionen auf seinen Post bekommt Vogt dann viel Zustimmung. So kommentiert eine Userin: „Da fehlen mir die Worte! Das ist unglaublich!“ Eine andere schreibt: „Wer fest mit dem Hintern auf einem gut bezahlten Job sitzt, kann immer leicht reden.“ Eine weiterer User attestiert Moderer schließlich „realitätsfern“ zu sein. Andere attackieren Moderer mit Kommentaren unter der Gürtellinie.

Moderer äußert sich zu Kritik an ihm

Inzwischen hat August Moderer auf die scharfe Kritik an seiner Aussage reagiert. Auf der offiziellen Facebookseite des ATG nimmt der Mainzplus-Citymarketing-Geschäftsführer Stellung: „Die zitierte Aussage im Rahmen der Podiumsveranstaltung bezüglich der Zukunft der Kulturbranche war in ihrer Ausdrucksweise und Formulierung unsensibel - hierfür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Dieser Satz spiegelt nicht meine Haltung gegenüber der Kulturbranche wider - das Gegenteil ist der Fall“, so Moderer. So werde man auch weiterhin die Künstler und Initiativen unterstützen. „Unser Unternehmen wird alles dafür tun, um schlimmere Auswirkungen für die Branche zu verhindern.“

Gegenüber Merkurist bekräftigt Moderer dies noch einmal. „Wir wollen der Kulturszene helfen.“ Damit sie überlebt, wolle man neue Konzepte beziehungsweise andere Formate entwickeln, so Moderer. Die Äußerung in der Podiumsdiskussion sei nicht glücklich gewesen. Er wolle noch einmal betonen, dass er in keinster Weise gegen die Kulturszene sei, erklärt Moderer.

Michael Vogt zeigt sich indes versöhnlich gegenüber Moderer. In einer Antwort zu dessen Statement auf der Facebook-Seite des ATG schreibt er unter anderem: „Sehr geehrter Herr Moderer, Ihre Entschuldigung zu Ihrer unsensiblen Ausdrucksweise nehme ich gerne an. Ich zeuge hier sogar Respekt, dass Sie das öffentlich machen.“ Auch auf der Merkurist-Seite macht der ATG-Chef letztlich noch einmal klar, dass das Thema für ihn somit erledigt ist:

Die ganze Podiumsdiskussion könnt Ihr hier nachhören. Die umstrittene Äußerung erfolgt bei 1 Stunde, 3 Minuten und 32 Sekunden. (df)

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