Ärger um Kita-Platz-Vergabe in Mainz

Ab 1. August soll in den Mainzer Kitas wieder der Regelbetrieb anlaufen. Doch es gibt Probleme beim Vergabe- und Aufnahmeverfahren für neue Kindergartenkinder.

Ärger um Kita-Platz-Vergabe in Mainz

Merkurist-Leser Paul ist sauer. Seine Tochter soll ab diesem Sommer in den städtischen Kindergarten gehen. Doch: „Bei uns hat die Stadt gesagt, dass aufgrund von Corona aktuell keine Plätze vergeben werden. Seit dieser Woche eine andere Info. Plätze wurden also vergeben und die Stadt belügt einen!“ Normalerweise vergibt die Stadt Bescheide, mit denen die Eltern einen Kita-Platz zugesichert bekommen - in diesen Jahr scheint das allerdings nicht reibungslos abzulaufen. Auch Leser Moritz hat die Erfahrung gemacht, wie er im Snip schreibt, und fragt sich:

Leserin Bettina hingegen hat Post von der Stadt bekommen:

„In den vergangenen Monaten wurden vereinzelt Bescheide an Eltern geschickt.“ - Ellen König, Pressesprecherin Stadt Mainz

Was ist also an den Vorwürfen dran? Ellen König, Pressesprecherin der Stadt Mainz, bestätigt, dass nicht alle Eltern einen Bescheid über einen Kita-Platz erhalten haben: „In den vergangenen Monaten wurden vereinzelt Bescheide an Eltern geschickt.“ Allerdings: „Es wurde auf mögliche Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie hingewiesen und, damit verbunden, die nicht mögliche genaue Terminierung der Aufnahmetermine.“

1000 Plätze seien für das neue Kindergartenjahr 2020/21 im Vergabeverfahren. Eltern, denen ein Kita-Platz angeboten worden sei, seien schriftlich über die möglichen Verzögerungen während der Pandemie informiert worden, „mit dem Hinweis, dass der Aufnahmetermin wegen der Pandemie nicht festgelegt werden kann“.

Bei dem Vergabeverfahren sei es während der Corona-Krise zu Verzögerungen gekommen. „Die Abstimmung zwischen den Kitas und der Verwaltung, welche Kinder einen Platz erhalten können, fand im Frühjahr 2020 statt.“ Zu Beginn des Lockdowns haben sich aber nicht alle Kitas mit der Verwaltung abstimmen können. „Deshalb konnten sie auch keine Bescheide versenden.“

Verfahren wird nach und nach aufgenommen

„Zu berücksichtigen ist hierbei, dass wegen der Sommerferienschließzeiten nur 50 Prozent der Kitas das Verfahren vornehmen können.“ - Ellen König, Pressesprecherin Stadt Mainz

Mit der Aufnahme der Kinder in die städtischen Kitas solle nun aber nach und nach begonnen werden - soweit die Corona-Beschränkungen dies zulassen. „Zu berücksichtigen ist hierbei, dass wegen der Sommerferienschließzeiten* nur 50 Prozent der Kitas das Verfahren vornehmen können. Alle Kitas werden aber ab sofort Bescheide an Eltern versenden.“ Ob dann vielleicht sogar noch Plätze für einzelne Familien frei sein werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. „Das Aufnahmeverfahren ist ein fortlaufender Prozess, nehmen Eltern den zugesagten Platz nicht in Anspruch, dann wird der Platz mit einem ‚Nachrückerkind‘ belegt.“

Doch was können Eltern tun, wenn sie Anspruch auf einen Platz haben, aber keinen Bescheid bekommen haben? „Eine Möglichkeit ist, dass sich Eltern direkt mit der für den Einzugsbereich zuständigen Kita in Verbindung setzen. Sie können nach den Sommerferien auch eine Anfrage an kita@stadt.mainz.de stellen, sollten sie bis dahin noch keine Information erhalten haben.“

Der Regelbetrieb in den Kitas solle dann am 1. August beginnen, so König. Wie genau dieser aussehe, sei aber noch unklar. „Bis zum heutigen Tag liegen uns keine Vorgaben des Landesjugendamtes für den Regelbetrieb vor. Für die städtischen Kitas sind wir aber dennoch in Vorbereitung.“

* 50 Prozent der Mainzer Kitas sind bis zum 24. Juli, die anderen 50 Prozent ab 24. Juli für je drei Wochen geschlossen. (ab)

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