Kinderimpfungen: Das rät der Kinderärzteverband den Eltern

Seit kurzem wird der Impfstoff für unter 12-Jährige ausgeliefert, die ersten Kinder sind bereits geimpft. Viele Eltern haben bereits ihre Kinder registrieren lassen. Was sagen die Kinderärzte dazu? Wir haben beim Verband nachgefragt.

Kinderimpfungen: Das rät der Kinderärzteverband den Eltern

Seit zwei Wochen können Eltern ihre fünf- bis elfjährigen Kinder bereits auf dem zentralen Impfportal von Rheinland-Pfalz für eine Impfung registrieren lassen, am kommenden Donnerstag sollen die ersten Impfungen im Impfzentrum starten. Der Impfstoff wird für die Kinder dann „altersentsprechend angepasst dosiert“, also verdünnt auf zehn statt 30 Mikrogramm.

Die Stiko empfiehlt inzwischen die Impfung für schwer chronisch kranke Kinder oder solche, die schwer chronisch kranke Familienangehörige haben. Gegenüber dem SWR sagte Stiko-Mitglied Prof. Dr. Fred Zepp, dass die Kommission den gesetzlichen Auftrag habe, eine Impfung nur dann zu empfehlen, wenn sie Sicherheit über Vorteile und Risiken habe: „Bei dieser Impfung ist es so, dass wir nur begrenzte Informationen zur Verträglichkeit des Impfstoffs in genau dieser Altersgruppe haben“, so der ehemalige Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Mainzer Universitätsmedizin. Bis Anfang Januar, wenn die in den USA geimpften Kinder ihre zweite Impfung bekommen hätten, könne die Impfempfehlung entsprechend angepasst werden.

Dieser Empfehlung der Stiko schließt sich auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) an. Pressesprecher Jakob Maske sagt dazu gegenüber Merkurist: „Selbstverständlich gibt es auch gesunde Kinder, die wir aus anderen medizinischen und sozialmedizinischen Gründen impfen werden.“ Zunächst würden sie jedoch Eltern von gesunden Kindern raten, auf die weiteren Stiko-Empfehlungen zu warten. „Manchmal gibt es jedoch Situationen, die eine Impfung auch außerhalb dieser Empfehlung sinnvoll erscheinen lassen, dann würden wir natürlich nach Aufklärung über das Risiko auch diese Aktiendetails impfen.“

So viele Kinder sind bereits im Impfzentrum registriert

Fast 3500 Kinder zwischen fünf und elf Jahren sind in den zwei Wochen, in denen das Impfzentrum nun geöffnet hat, bereits registriert, teilt das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit auf Anfrage mit. Zum Vergleich: Von den Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sind aktuell noch lediglich 672 registriert (Stand: 14. Dezember).

Geimpft werden sollten vor allem junge Kinder möglichst von einem Kinder- oder Jugendarzt, dies sei auch in den Impfzentren so vorgesehen, so Maske vom BVKJ. „Es ist sicher nicht ratsam, Fünf- bis Elfjährige von Tierärzten oder Zahnärzten oder Apothekern impfen zu lassen, da diese im Umgang mit akuten Komplikationen sicher nicht ausreichend ausgebildet sind.“

Ob es Kinderärzte gibt, die eine Impfung für junge Kinder ablehnen, sagt Maske zwar nicht, doch prinzipiell hätten sie das Recht, Tätigkeiten, „die sie medizinisch nicht vertreten, auch abzulehnen.“ Letztendlich sei das die freie ärztliche Entscheidung des Arztes, ob er impfe oder nicht. „Da es sich jedoch um eine von der Stiko empfohlene Impfung handelt, gilt dies auch als eine Art medizinische Leitlinie.“

Fred Zepp hatte erst kürzlich mitgeteilt, dass Kinder-Impfungen wohl nicht der Durchbruch für die Pandemiebekämpfung seien (wir berichteten). „Die wichtigste Maßnahme zur Überwindung der Pandemie bleibt unverändert, möglichst viele, am besten alle Erwachsenen, durch Impfung zu schützen.“

Logo