Inzidenz in Mainz schießt in die Höhe: Ist Fastnacht schuld?

Rund eine Woche nach der Fastnacht erreicht die Inzidenz in Mainz einen neuen Rekordwert. Gibt es da einen Zusammenhang?

Inzidenz in Mainz schießt in die Höhe: Ist Fastnacht schuld?

Es sah alles so gut aus: In der Zeit vom 9. bis zum 23. Februar ging die Sieben-Tage-Inzidenz in Mainz immer weiter zurück. Nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland schien die Omikron-Welle ihre Wucht zu verlieren. Sogar Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der nicht gerade für optimistische Prognosen bekannt ist, sagte noch am 15. Februar: „Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist überschritten - ziemlich genau an dem Tag, den ich vor einem Monat vorausgesagt hatte.“

Neuer Rekordwert

Was Lauterbach aber offensichtlich nicht vorausgesehen hatte: Mittlerweile steigt die Inzidenz wieder, sowohl in Mainz als auch in Deutschland. Nachdem der Wert in Mainz am 23. Februar auf 900 gefallen war, ging es seitdem wieder bergauf, zuletzt sogar ziemlich rasant. Vom ersten März bis zum 8. März, also in nur sieben Tagen, stieg die Inzidenz von 935 auf 1480. Ein neuer Rekordwert (wir berichteten).

Viele Mainzer fragen sich jetzt: Ist die steile Kurve der vergangenen Tage auf die Fastnacht zurückzuführen, die in Kneipen, auf Privatfeiern und an Rosenmontag sogar am Schillerplatz (wir berichteten) gefeiert wurde? In Köln gibt es seit dem Karneval sogar einen noch stärkeren Anstieg der Fallzahlen.

Fastnacht nicht alleine schuld

„Auch das Gesundheitsamt Mainz-Bingen beobachtet einen gravierenden Anstieg der Fallzahlen seit vergangener Woche“, sagt ein Sprecher der Kreisverwaltung Mainz-Bingen auf Merkurist-Anfrage. „Ein Teil davon dürfte tatsächlich auf Feierlichkeiten im Rahmen der Fastnacht zurückzuführen sein, zum Teil in Kneipen, bei der Straßen-Fastnacht, aber vorwiegend bei privaten Zusammenkünften.“

Aber: Fastnacht sei nicht die einzige Erklärung. „Weiterhin trägt das Ende der Schulferien erwartungsgemäß zu dem Anstieg bei, da die Schülerinnen und Schüler jetzt im Regelbetrieb auch regelmäßig getestet werden und somit auch manche symptomarme Infektion detektiert wird.“ Außerdem würden auch „erstaunlich viele Skifahrer“ die Infektion aus dem Urlaub mitbringen – ähnlich wie Anfang 2020.

Mit dem Wegfall einiger Beschränkungen und mit der Öffnung der Clubs seit Ende letzter Woche komme nun ein weiterer Faktor hinzu, der einen weiteren Anstieg der Inzidenz erwarten lasse. „Eine genaue Prognose ist schwierig, da neben den vorgesehenen weiteren Öffnungsschritten auch beispielsweise die Wetterlage einen Einfluss auf die Weiterentwicklung hat, grundsätzlich bewegen wir uns aber seit Wochen auf einem sehr hohen Plateau der Infektionswelle und haben diese noch lange nicht überwunden“, so der Sprecher.

„Nur sehr wenige Patienten wegen COVID-19“

Doch kommt der Inzidenzanstieg auch langsam in den Krankenhäusern an? Landesweit hat auch die Hospitalisierungsinzidenz einen neuen Höchstwert erreicht. Wie der Sprecher der Kreisverwaltung sagt, seien die Zahlen in den Krankenhäusern zwar ein klein wenig angestiegen, „aber die Belegungszahlen nach wie vor entkoppelt von den sehr hohen Sieben-Tage-Inzidenzen“.

Der größte Unterschied zu früheren Infektionswellen sei, dass die meisten Patienten auf Normalstation behandelt würden und somit eher „mit COVID-19“, aber wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen würden. Der Sprecher sagt: „Tatsächlich werden auf den Intensivstationen in der hiesigen Region nur sehr wenige Patienten wegen COVID-19 behandelt.“

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