Innenstadt nach dem Lockdown: Kommen die Kunden wieder?

Die Corona-Krise hat ihre Spuren in der Mainzer Innenstadt hinterlassen. Doch was können das Citymanagement und die Stadt tun, damit wieder Leben einkehrt?

Innenstadt nach dem Lockdown: Kommen die Kunden wieder?

Händler und Gastronomen waren während der Lockdowns besonders von den Corona-Schutzmaßnahmen betroffen. Inzwischen gelten auch für sie deutlich gelockerte Vorgaben im Vergleich zum Frühjahr. Doch wie ist die Situation in der Mainzer Innenstadt?

„Die Situation hat sich deutlich verbessert, die Frequenz ist merklich besser geworden“, sagt Sandra Klima. Seit März ist sie Citymanagerin in Mainz, übernahm den Posten mitten im Lockdown. Ein Vorteil sei damals für sie gewesen, dass sie als ehemalige Centermanagerin der Römerpassage oder als Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft bereits gut in Mainz vernetzt gewesen sei, erklärt Klima gegenüber Merkurist.

Anders als noch im März sei inzwischen deutlich zu spüren, dass die Menschen das Bummeln und Flanieren wieder genießen würden. Dennoch stellt Klima fest: „Leider sind weder die Frequenz noch die Umsätze auf dem Niveau von vor Corona.“ Das habe auch mit dem „Corona Blues“ zu tun, wie Klima es ausdrückt. Viele Menschen hätten sich an die strengen Regeln gewöhnt, würden nur langsam aus den alten Mustern heraustreten. Das Mainzer Citymanagement versuche sich nun mit Ideen und Projekten einzubringen, damit sich die Situation in der Innenstadt weiter verbessert, so Klima. „Unsere Ideen haben wir in den verschiedenen Arbeitskreisen und Workshops eingebracht und diskutieren diese dort. Es gibt viele Übereinstimmungen, gleiche Ansichten und Interessen mit den anderen Innenstadtakteuren.“ Doch Konkretes gebe es momentan noch nicht zu vermelden.

Wie hilft die Stadt?

Mit dem Projekt „Mainz startet durch 2021!“ versuchte die Stadt bereits im Frühjahr, in vielen Bereichen der Gesellschaft Perspektiven für die Zeit nach dem Lockdown zu schaffen (wir berichteten). Ein zentraler Punkt der Kampagne sollte auch die Wiederbelebung der Mainzer Innenstadt sein. So wurden im Zuge der Aktion zum Beispiel Ende Mai 10.000 kostenlose Parktickets an Händler und Gastronomen verteilt, die die Karten wiederum an ihre Kunden weitergeben konnten (wir berichteten). Zudem wurden 50.000 Euro für Sofortwerbemaßnahmen bereitgestellt.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bezeichnet dieses Hilfsprogramm gegenüber Merkurist als „wichtig“. Das gelte nicht nur für den Handel, sondern auch für die Kultur in Mainz. „Wir konnten mithelfen, gewisse Veranstaltungen überhaupt erst zu ermöglichen und eine Sicherheit zu geben.“ Der Gastronomie habe man zudem durch weitere Öffnungen von Außenflächen helfen können.

„In Sachen Handel haben wir bisher bei weitem noch nicht alles ausgeschöpft, was wir uns vorgenommen haben.“ - Oberbürgermeister Michael Ebling

Doch Ebling verspricht noch weitere Maßnahmen: „In Sachen Handel haben wir bisher bei weitem noch nicht alles ausgeschöpft, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben sehr stark auf die sogenannten Innenstadtimpulse des Landes gesetzt – da warten wir gerade täglich auf die Bewilligung der Mittel.“ Zum Beispiel soll ein spezielles Beleuchtungskonzept in den Herbst- und Wintermonaten die Innenstadt attraktiver machen, dazu soll auch die Weihnachtsbeleuchtung ansehnlicher werden, verspricht Ebling. Ein weiterer Punkt auf Eblings Agenda: die Leerstände in der Innenstadt. Dieses Thema habe man laut Ebling noch gar „nicht richtig angepackt“, doch das soll sich nun dank neuer Gelder vom Land ändern. „Da setzen wir aber bereits die ersten Ideen um: Zum Beispiel werden wir bald erleben, dass am Münsterplatz 1 ein leerstehendes Objekt bespielt wird.“

Ähnlich wie Citymanagerin Sandra Klima sieht auch Ebling, dass das Leben in die Mainzer Innenstadt zurückgekehrt ist. „Das ist die wichtigste Grundlage für alle Gedanken, die wir uns gerade machen“, so der Oberbürgermeister. Dennoch sieht auch Ebling, dass viele Mainzer auch noch mit einer gewissen Zurückhaltung reagieren, wenn sie eine volle Innenstadt sehen. Das gelte nicht nur im Handel, sondern auch in der Gastronomie. „Da gibt es beispielsweise unter der Woche noch eine größere Zurückhaltung bei den Menschen. Da könnten Lokale und Kneipen durchaus noch voller und besser besucht sein“, sagt Ebling. Nun brauche es eine gewisse Zeit, bis die Menschen wieder zurückkehren würden. Für Ebling ist das jedoch auch verständlich: „Immerhin wurden die Leute monatelang gewarnt und zur Vorsicht ermahnt.“

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