„Damit wir schnell wieder zur Normalität übergehen können“

Im Impfzentrum Gonsenheim werden täglich etwa 900 Mainzer gegen das Corona-Virus geimpft. 60 Menschen sind jeden Tag im Einsatz. Wie geht es ihnen dort, welche Rückmeldungen bekommen sie? Wir haben uns mit dem Leiter und einem Helfer unterhalten.

„Damit wir schnell wieder zur Normalität übergehen können“

Thorsten Kraft ist seit mehr als 25 Jahren im Rettungsdienst tätig. Das vergangene Jahr jedoch war ein Gräuel, fast täglich kam er mit dem „hässlichen Gesicht von Corona“ in Berührung: „Ich habe gesehen, wie hoch dynamisch das Virus zuschlagen kann, wie Kollegen erkranken, wie Altenpflegerinnen am Limit arbeiteten“, sagt Kraft. Der 47-Jährige war einer der ersten, die sich als freiwilliger Helfer im Impfzentrum gemeldet hat. Seit Januar arbeitet er nun dort an ein bis zwei Tagen pro Woche – neben seinem Hauptberuf als Notfallsanitäter im Rettungsdienst.

„Ich hatte ein großes Bedürfnis, dabei mitzuhelfen, dass wir gut durch die Pandemie kommen“, so Kraft. Wie er sind im Gonsenheimer Impfzentrum jeden Tag etwa 60 Menschen im Einsatz: Ärzte, Medizinische Fachangestellte, Security, Bürokräfte. „Die Resonanz an freiwilligen Helfern war überwältigend“, so Franz May, der Koordinator des Impfzentrums. Es sei durchweg ein gutes Team, das Hand in Hand arbeitet. „Die Menschen wollen alles dafür tun, um aus dieser Krise herauszukommen.“

Franz May ist eigentlich Veranstaltungskaufmann, er organisierte die Großveranstaltungen der Stadt mit, vom Wein- bis zum Wintermarkt. Als die Stadt Unterstützung für das Impfzentrum suchte, meldete er sich gemeinsam mit zwei Kollegen. Seitdem ist May für den reibungslosen Ablauf im Zentrum verantwortlich, erstellt Dienstpläne, koordiniert die Lagerkapazitäten und ist Ansprechpartner für die Fragen der Bürger.

Durchweg positive Rückmeldungen

Von den „Impflingen“, wie May sie nennt, bekomme er durchweg positive Rückmeldungen: „Die Menschen freuen sich auf ihren Termin, sie sind glücklich, dass sie ihre Impfung erhalten.“ Auch auf Merkurist bedanken sich die Menschen: „Danke an das Team des Impfzentrums für Kompetenz und Freundlichkeit!“, schreibt etwa Leserin Heidi Hollrichter. „Ich schließe mich dem Dank an! Perfekte Organisation, Aufklärung und Impfung. Sympathische Mediziner_innen und Helfer_innen. In diesen Zeiten ist das keinesfalls selbstverständlich, denn wir alle stehen unter Druck!“, kommentiert ein Leser dazu.

„Die Menschen sind oft positiv überrascht, wie gut alles hier vor Ort funktioniert“, hat Notfallsanitäter Thorsten Kraft festgestellt. Auch unsicheren Patienten könne er schnell die Furcht nehmen: „Einige haben Angst vor langen Nadeln, weil sie das im Fernsehen gesehen haben. Doch wir haben hier keine Monsternadeln.“ Er spreche viel mit den Menschen, zudem leisten die Ärzte die vor der Impfung so wichtige Aufklärungsarbeit, beraten und sind für die Vorabuntersuchungen zuständig.

Auch für Franz May ist es unentbehrlich, dass die Abläufe vor Ort stimmen und alle Ankommenden wissen, wohin sie müssen. Dafür seien die 20 Security-Mitarbeiter verantwortlich. Sie sorgen für die Sicherheit vor Ort, dass es keine Ballungen gibt, dass die Menschen koordiniert werden. Bald soll die Impfkapazität erhöht werden, dann werden noch mehr Menschen täglich durch das Impfzentrum geschleust. May freut sich darüber: „Wir haben alle ein Interesse daran, dass wir schnell wieder zur Normalität übergehen können.“

Wer sich noch als freiwilliger Helfer im Impfzentrum engagieren möchte, kann sich auf der zentralen Datenbank des Landes Rheinland-Pfalz registrieren. Den Link und alle Informationen dazu findet ihr hier.

Logo