Freiwillige Feuerwehr schlägt Alarm: Brandbrief an Dreyer und Lewentz

Weil Freiwillige Feuerwehrleute und ihre Angehörigen in Rheinland-Pfalz keine Impftermine erhalten, schlagen Ingelheimer Ehrenamtler nun Alarm. Sie kritisieren die Landesregierung in einem offenen Brief und fordern eine Verbesserung.

Freiwillige Feuerwehr schlägt Alarm: Brandbrief an Dreyer und Lewentz

Rund 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim haben sich in einem offenen Brief bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung beschwert. Der Grund: Die Feuerwehrleute reagieren mit Unverständnis auf die Impfpriorisierung in Rheinland-Pfalz. In ihrem Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Innenminister Roger Lewentz (SPD) fordern sie schnellere Impfungen für Feuerwehrleute.

Die schützendne Corona-Impfungen für Feuerwehrangehörige seien zurzeit noch immer die Ausnahme, heißt es unter anderem in dem Schreiben. Und weiter: „Die Freiwillige Feuerwehr Ingelheim ist seit Beginn der Corona-Pandemie zu rund 450 Einsätzen ausgerückt. Nie haben wir zurückgeschreckt, wenn es darum ging, Menschen in Not zu helfen, auch wenn dies mit einem erhöhten Infektionsrisiko für uns einhergeht und man immer ein ungutes Gefühl mit nach Hause nimmt. Umso mehr fiebern wir, um uns und unsere Angehörigen zu schützen, einer Impfung entgegen und haben dennoch geduldig gewartet, bis die Gruppe 3, welcher wir angehören, an der Reihe ist. Diese Geduld ist nun jedoch aufgebraucht.“

Registrierungen abgeschlossen, Termine bleiben aus

Zwar könnten sich Feuerwehrleute seit kurzem zur Impfung registrieren, Impftermine seien aber noch nicht vergeben worden. „Zusätzlich haben viele von uns - aufgrund unserer Altersstruktur - keinen Hausarzt, an den sie sich wenden können, um dort eine Impfung zu erhalten. Gleichzeitig müssen wir erleben, wie bundesweit Kreise und Städte koordinierte Impfungen für die Feuerwehren organisieren und zeigen, wie es funktionieren kann.“

Die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst und Polizei ist laut Beschreibung der Feuerwehrleute gut. In gleichem Maße geschützt sei man jedoch nicht. Erschwerend komme hinzu, dass die Freiwilligen Feuerwehrleute in ihrem Umfeld erleben würden, dass Menschen aus weniger risikobehafteten Berufsgruppen wesentlich schneller geimpft würden. „So hat in einem konkreten Fall ein Werkstudent eines Unternehmens, welcher ausschließlich im Homeoffice arbeitet, die gleiche Möglichkeit auf einen Impftermin wie wir Feuerwehrleute. Anstatt sich auf wirklich systemrelevante Personen zu beschränken, findet offenbar eine sehr großzügige Auslegung statt“, heißt es im Brandbrief der Feuerwehrleute. Dies sei nicht nachvollziehbar und führe zu Frust. Nicht wenige Feuerwehrleute in Ingelheim würden mit dem Gedanken spielen, ihr Engagement aufzugeben oder zumindest zu unterbrechen.

In ihrem offenen Brief fordern die Ingelheimer Feuerwehrleute: „Daher bitten wir Sie eindringlich, sich dieser Angelegenheit anzunehmen und ein zeitnahes Impfangebot für alle impfwilligen Feuerwehrangehörigen zu schaffen - um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr aufrecht zu erhalten, aber auch als Zeichen der Wertschätzung dieses so wichtigen Ehrenamts. Dies nicht nur für die Freiwillige Feuerwehr Ingelheim, sondern für alle Feuerwehren im Landkreis Mainz-Bingen und im gesamten Land Rheinland-Pfalz.“

Die angesprochenen Politiker stünden in der Verantwortung, die Priorisierung der Feuerwehrleute und deren Angehörigen voranzutreiben. Abschließend heißt es: „Bitte zeigen Sie uns, dass Ihnen das Ehrenamt Feuerwehr und die Einsatzbereitschaft, die wir alle täglich für unsere Mitmenschen erbringen, wichtig sind.“

Logo