Gesundheitsminister will Ende der Isolationspflicht

SPD-Politiker will neue Regelung, die von derzeitiger Empfehlung des Robert-Koch-Instituts abweicht

Gesundheitsminister will Ende der Isolationspflicht

Obwohl die Coronazahlen in Rheinland-Pfalz aktuell steigen, ist Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) für ein Ende der Corona-Isolationspflicht. Dies sagte der Politiker in einem Interview mit dem SWR. Gegenwind bekommt Hoch aber vom Mainzer Universitätsmediziner Bodo Plachter.

„Wie normale Erkrankung behandeln“

Aktuell gilt in Rheinland-Pfalz eine Isolationspflicht von mindestens fünf Tagen. Für Hoch scheint das nicht mehr zeitgemäß zu sein. Im SWR sagte der Minister, dass man Corona im Moment wie eine normale Erkrankung behandeln sollte. „Wer krank ist, ist krank, aber wer nur infiziert ist und keine weiteren Symptome hat, der ist auch grundsätzlich arbeitsfähig.“ Wenn sich alle Bundesländer in diesem Punkt einig seien, könne man von der Isolationspflicht abrücken, wie sie derzeit noch vom Robert-Koch-Institut empfohlen werde.

Das gelte auch im Gesundheitswesen, so Hoch. „Auch Menschen, die symptomfrei sind, aber positiv getestet, können mit gewissen weiteren Schutzmaßnahmen, zum Beispiel mit FFP2-Maske, auch im medizinisch-pflegerischen Bereich andere Infizierte pflegen.“ Dann seien beide infiziert und es gebe kein zusätzliches Risiko. Anders bewertet der kommissarische Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsmedizin Mainz, Bodo Plachter, die Situation. Ebenfalls im SWR sagte er, dass man mit dem Vorhaben, die Isolationspflicht aufzuheben, vorsichtig sein müsse.

Wie Plachter sagt, spitze sich die Lage in den Krankenhäusern wieder zu. Deshalb sei es problematisch, Pfleger und Ärzte mit positivem Corona-Befund arbeiten zu lassen. Hiervon würde eine gewisse Gefährdung gegenüber den Patienten ausgehen. Allerdings könne man darüber diskutieren, die Isolationspflicht für andere Bereiche zu beenden. Denn die Corona-Situation habe sich verändert, so Plachter im Gespräch mit dem SWR. Schwere Krankheitsverläufe seien seltener geworden.

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