Diese Mainzer Firmen stellen Mundschutz her

Immer mehr Mainzer Läden produzieren eigene Mund-Nasen-Masken zum Schutz vor einer Covid-19-Infektion. Darunter sind auch echte Kunstwerke. Wo es sie zu kaufen gibt.

Diese Mainzer Firmen stellen Mundschutz her

Schutzmasken reduzieren das Risiko einer Ansteckung für andere. Gerade in Corona-Zeiten sind sie stark gefragt. Die Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) sind sogar für eine Maskenpflicht, das ergab eine Forsa-Umfrage. Doch Apotheken und Supermärkte haben nur einen begrenzten Vorrat. Daher gibt es zunehmend Firmen, Geschäfte und Einrichtungen, die auf die Produktion eigener Schutzmasken umgestiegen sind. Ein selbstgebastelter Mundschutz hilft ebenso und ist allemal besser als gar kein Schutz, das zeigte eine unserer Recherchen. Zwar produzieren viele von ihnen ausschließlich für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, wo der Schutz am dringendsten benötigt wird. Doch es gibt auch Mainzer Läden und Einrichtungen, die Masken an Privatpersonen verkaufen.

Star-Designerin produziert exklusive Kreationen

So gibt es einfache Masken für wenige Euro in den Änderungsschneidereien „Bei Ewa“ am Bismarckplatz und „Campo & Campo“ am Kaiser-Wilhelm-Ring sowie im Stoffgeschäft „en vogue“ zu kaufen.

Wer es etwas modischer mag, der wird bei Designerin Anja Gockel fündig. Eigentlich ist sie für ihre exklusiven Kreationen und Modeschauen auf der Berliner Fashionweek bekannt. In ihrem Atelier in Mainz am Judensand werden jedoch neuerdings bunte Baumwollmasken produziert. Sie sind in 14 verschiedenen Kreationen zu haben und kosten inklusive Versand 22 Euro. Bestellt werden kann via Paypal unter pr@anja-gockel.com. Die Anfertigung der Masken erfolgt nach Reihenfolge der Buchungen. Mit ihren Masken erregte sie auch die Aufmerksamkeit der Bild-Zeitung, die sogleich titelte „die geilsten Masken kommen aus Mainz“.

Stoff- und Nähladen in Kastel sucht ehrenamtliche Helfer

Auch Anuiska Borges Soto, Inhaberin von Anis Stoffe Store in Mainz-Kastel, bietet normalerweise Stoffe, Näharbeiten und Nähkurse an. Doch wegen Corona muss der vorübergehend Betrieb schließen. Nun näht sie Masken, die hauptsächlich an Krankenhäuser, Arztpraxen und Paketboten verkauft werden. Aber auch Privatpersonen können Masken per Mail oder Nachricht via Facebook käuflich erwerben. Außerdem sucht die Inhaberin noch freiwillige Helfer zum Nähen oder Schneiden der Stoffe.

Start-up aus Bad Vilbel verkauft Masken online

„Be Wooden“, ein Start-up aus Bad Vilbel, ist ebenso kurzfristig auf die Produktion von Schutzmasken umgestiegen. Normalerweise fertigt das Unternehmen Manschettenknöpfe aus Holz, nun werden etwa 1500 Masken pro Tag für den deutschen Markt produziert. Die Kosten beginnen bei 10 Euro pro Stück für eine einfache Variante, wer zusätzlich noch ein Exemplar spenden möchte, zahlt 15 Euro. Auch sind Größen für Kinder verfügbar. Bestellt werden kann online unter www.bewooden.de/masken.

Masken aus der Gaustraße

Handgenähte Schutzmasken bietet auch die Mainzer Fenns-Manufaktur aus der Gaustraße an. Auf der Facebook-Seite des Ladens heißt es: „Schöne Stoffe sollen auch sinnvoll verarbeitet werden.“ Auf Wunsch werden die Masken zum Binden oder mit Haltegummi hergestellt. Hier erfahrt Ihr, wie Ihr Masken von Fenns bestellen könnt.

Masken für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

Nicht nur Geschäfte und Unternehmen, auch die „Traumfänger“-Nähgruppe des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen produziert Baumwoll-Schutzmasken am laufenden Band. Laut Angaben auf der Webseite werden der Gruppe die Masken förmlich aus der Hand gerissen. Die Nachfrage bei Feuerwehren, Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Seniorinnen und Senioren, Praxen für Physiotherapie sei hoch, betont Mitgründerin Anneliese Kern. Bereits über 1000 Masken seien hergestellt worden.

Ebenfalls ausschließlich auf Krankenhäuser und Pflegedienste ausgerichtet sind das Staatstheater und die Mainzer Firma „Got Bag“, das Taschen und Accessoires aus nachhaltigen Materialen und Meeresplastik herstellt. So näht die Kostümabteilung des Mainzer Staatstheaters Mund-Nasen-Masken, genauer für die Unimedizin. Hier werden einfache Masken ohne Filter für Räume außerhalb des OPs dringend benötigt. „Got Bag“ hingegen ruft zu einer Spendenaktion auf. 10.000 Masken sollen an Pflegedienste und ambulante Helfer gespendet werden, dafür wolle man Geld sammeln. Wer mitmachen will, findet weitere Informationen unter diesem Link.

Wer keinen Mundschutz kaufen, sondern selber machen möchte, findet hier eine Anleitung. (pk)

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