Mainzer Sex-Shops: Es ist „eine Katastrophe“

Sex sells! Doch trifft das auch in Zeiten von Corona auf die Mainzer Sex-Shops zu? Seit Ende April dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Wir haben gefragt, ob die Nachfrage nach Erotikfilmen und Sexpuppen während der Kontaktsperre zugenommen hat.

Mainzer Sex-Shops: Es ist „eine Katastrophe“

Kurzarbeit, Kündigungen, Unternehmen in der Krise: Die Corona-Pandemie hat große Auswirkungen auf die Wirtschaft. Aber: Die Lust auf Erotikfilme ist dagegen weiterhin ungebrochen. Wie die Seite „ErotikInsider“ meldet, gebe es gerade einen Porno-Boom wegen Corona. „Die Pornokäufe explodieren.“ Dies treffe sowohl bei Internet- und On-Demand-Angeboten zu, als auch bei DVD-Bestellungen, so die Seite. Doch wie haben sich die wochenlangen Kontaktbeschränkungen und die noch immer andauernde Schließung von Bordellen in Mainz ausgewirkt, konnten die Sex-Shops in der Stadt auch von dem Erotik-Boom profitieren?

Sexpuppen mehr nachgefragt

Beim „City Sexshop“ in der Großen Langgasse ist der aktuelle Boom bisher nicht angekommen. Wie Inhaber Klaus Widmann gegenüber Merkurist sagt, sei es seit Öffnung des Ladens Ende April eher schlechter geworden. Lediglich die Nachfrage nach Sexpuppen sei zuletzt leicht angestiegen. „Es kommen weniger Leute als sonst.“ Viele hätten wohl keine Lust, mit den Masken shoppen zu gehen, meint Widmann. Beim Mainzer Erotikshop „Fun Toy“ merkt man auch noch nichts von einem Aufschwung. Hier gebe es trotz der Corona-Krise keinen Unterschied beim Kaufverhalten der Kunden, heißt es dort auf Anfrage.

Nicht gerade zuversichtlich ist man dagegen bei einem Kasteler Erotik-Markt. Dort heißt es zum bisherigen Geschäft nur: „eine Katastrophe“. Dass das „Kaufverhalten gebremst“ ist, bestätigt auch Torsten Müllenmeister vom Erotikshop „Adam und Eva“ in Wiesbaden. Man befinde sich aktuell in einer Anlaufphase. Das Geschäft müsse sich - wie der Einzelhandel generell - erst wieder entwickeln. „Dafür kommen die Kunden jetzt zielstrebiger und bewusster“, sagt Müllenmeister in Bezug auf das Kundenaufkommen in seinem Shop.

Von der noch andauernden Schließung der Bordelle profitiert der Sexpuppen-Verkauf noch nicht. „Eine stärke Nachfrage nach Puppen macht sich momentan nicht bemerkbar“, so Müllenmeister. In einem Kasteler Bordell, das als eines der ersten in Deutschland „Sexdolls“ anbot (wir berichteten), gibt es inzwischen keine „Latex-Ladies“ mehr. Wie Merkurist erfuhr, hätten die Desinfektionsmittel, mit denen die Puppen aufwendig gereinigt wurden, das Latex so angegriffen, dass diese nach ein paar Monaten unbrauchbar wurden. (rk)

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