Aus für Bürgertests: Wer darf sich noch kostenlos testen lassen?

Am 11. Oktober entfällt das Recht auf den wöchentlich kostenlosen Bürgertest. Da gleichzeitig die 3G-Regel in Innenräumen gilt, müssen Ungeimpfte ihren Test selbst zahlen. Doch es gibt Ausnahmen.

Aus für Bürgertests: Wer darf sich noch kostenlos testen lassen?

In genau zwei Wochen, ab dem 11. Oktober, werden Schnelltests kostenpflichtig. Bund und Länder hatten sich bereits Anfang August darauf geeinigt, dass die seit März bestehenden kostenlosen Bürgertests abgeschafft werden. Damit steigt der Druck auf Ungeimpfte, denn von nun an müssen sie ihre Tests selbst zahlen. Der Grund: „Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger erforderlich“, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.

Gleichzeitig gilt die 3G-Regel in Innenräumen. Wer also nicht geimpft oder genesen ist, muss bei einer 7-Tage-Inzidenz ab 35 einen tagesaktuellen negativen Antigen-Schnelltests oder maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorweisen (ausgenommen sind Kinder bis zum 6. Lebensjahr und Schüler). Erst dann kann man bestimmte Einrichtungen betreten und an Veranstaltungen teilnehmen. Darunter zählen etwa Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, aber auch die Innengastronomie, Kultur- oder Sportveranstaltungen im Innenbereich, Friseure sowie Gottesdienste und Beherbergung.

Aktuell müssen Ungeimpfte mit Kosten von 10 bis 20 Euro (Schnelltest) beziehungsweise 40 Euro (PCR-Test) rechnen. Es gibt jedoch einige Gruppen, die weiterhin das Recht auf einen Schnelltest haben, das von geschultem Personal durchgeführt wird. Was für wen gilt:

Schwangere

Bis zum 31. Dezember 2021 haben Schwangere weiterhin das Recht auf einen kostenlosen Corona-Test. Man wolle ihnen nach der Impf-Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) ausreichend Zeit geben, „sich über die bestehenden Impf-Angebote zu informieren und einen vollständigen Impf-Schutz zu erlangen“, heißt es von Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.

Da die Stiko für Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel generell noch keine Impfung empfohlen hat, können sie sich auch danach weiterhin kostenlos testen lassen.

Kinder

Für Personen, die nicht geimpft werden können oder für die (noch) keine Impf-Empfehlung vorliegt, soll es weiter gratis Schnelltests geben. Das gilt etwa auch für Kinder unter zwölf Jahren oder für die, die erst in den letzten drei Monaten vor der Testung zwölf Jahre alt geworden sind. Bis zum 31. Dezember haben noch alle unter 18-Jährigen Anspruch auf einen kostenlosen Test. Für die Versorgung von Kitas und Schulen mit Tests kommen die Länder selbst auf. Der Bund übernimmt dagegen die Kosten für die Schnelltests in Testzentren, Apotheken oder Praxen.

Studierende

Wenn ab dem 18. Oktober wieder Präsenzpflicht an den Universitäten herrscht, gilt auch für Studierende die 3G-Regel. „Dann müssen Nicht-Geimpfte ihre Testkosten selbst tragen, sofern sie nicht eine Bestätigung haben, dass eine Impfung nicht möglich ist“, teilt Pauline Kopf von der Pressestelle des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit (MWG) auf Merkurist-Anfrage mit. Für die betroffenen Studierenden kann das teuer werden (wir berichteten).

Ausnahme sind Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden. Sie können sich noch bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen.

Medizinische Gründe

Wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, hat weiterhin das Recht auf einen kostenlosen wöchentlichen Schnelltest.

Menschen in Quarantäne

Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion in Quarantäne begeben müssen, können sich dann kostenlos testen lassen, wenn der Test erforderlich ist, um die Absonderung zu beenden.

Positiver Selbsttest

Wer sich zuhause selbst testet und ein positives Ergebnis hat, soll sich einen Termin beim Hausarzt geben lassen oder sich für einen PCR-Test unter der Telefonnummer 116 117 melden. In den Testzentren soll es also weiterhin möglich sein, nach einem positiven Schnelltest die Probe für einen PCR-Test abnehmen zu lassen.

Welche Nachweise gelten?

Damit man einen kostenlosen Schnelltest bekommt, muss man bei der Teststelle einen amtlichen Ausweis mit Foto vorlegen, gegebenenfalls ein ärztliches Zeugnis (ohne Diagnose). Bei Schwangeren gilt der Mutterpass als Nachweis.

Eine Übersicht zu allen Teststellen in Rheinland-Pfalz gibt es hier.

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