An diese „Spielregeln“ müssen sich Straßenmusiker in Mainz halten

Nach dem Lockdown und den jüngsten Corona-Lockerungen sind wieder einige Straßenmusiker in der Mainzer Innenstadt unterwegs und unterhalten die Passanten. Doch welche „Spielregeln“ müssen die Musiker dabei beachten?

An diese „Spielregeln“ müssen sich Straßenmusiker in Mainz halten

Es ertönt wieder Musik auf den Mainzer Straßen. An einigen Ecken und Plätzen der Innenstadt stehen Musiker und unterhalten die Passanten. Leser Louis ist jedoch skeptisch: Er fragt, wie nun die Einhaltung der Spielzeiten sowie die Beachtung der Coronaregeln vom Ordnungsamt kontrolliert und wenn nötig geahndet werden.

Innerstädtische Vorgaben

„Seit Jahren gibt es keine Einzelgenehmigungen für Straßenmusiker mehr“, sagt Marc André Glöckner, Pressesprecher der Stadt Mainz. Jeder könne Straßenmusik machen, solange er sich an Paragraph 6 des Landesimmissionsschutzgesetzes halte. Demzufolge dürfen Musikinstrumente nur in einer Lautstärke gespielt werden, die unbeteiligte Personen nicht belästigt. So lässt die Stadt musikalische Beiträge allgemein zu und legt zusätzliche Regeln in einem offiziellen Merkblatt für Straßenmusik fest.

Die Innenstadt wird dabei in zwei Spielzonen eingeteilt: Zone 1 erstreckt sich zwischen Brückenplatz und Holzstraße sowie von der Schusterstraße über das Höfchen bis zum Hopfengarten. Zone 2 liegt zwischen Klarastraße, Gutenbergplatz hin zur Sankt Johannis Kirche und von der Großen Bleiche bis zur Eppichmauergasse. „In der Regel spielen Straßenmusiker in der kompletten Fußgängerzone”, so Glöckner. Wie viele Musiker derzeit täglich dort spielen, werde aber nicht erhoben.

In Jahren mit geraden Endziffern ist Straßenmusik an Werktagen, in Zone 1 zwischen 11 und 13 Uhr, in Zone 2 von 16 bis 18 Uhr sowie samstags in beiden Zonen zwischen 14 und 16 Uhr, erlaubt. In Jahren mit ungeraden Endziffern werden die Spielzeiten der beiden Bereiche getauscht. Generell müssen Straßenmusiker 100 Meter Abstand von anderen Veranstaltungen halten. Die maximale Spieldauer beträgt 30 Minuten - danach muss ein Platz in mindestens 100 Metern Abstand eingenommen werden.

Verwarnungsgeld für Musiker möglich

Der Vollzugsdienst des Ordnungsamts führe im Rahmen seiner personellen Möglichkeiten routinemäßige Kontrollen durch, so Glöckner. Gelegentlich komme es zu Überschreitungen der Spielzeiten. „Bei Beschwerdeanrufen wird versucht, zeitnah zu reagieren. Bei Verstößen wird ein Platzverweis erteilt. In aller Regel wird ein Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro erhoben“, erklärt Pressesprecher Glöckner.

Die Anzahl der Verstöße liege in den letzten Wochen im einstelligen Bereich. Bezüglich des Coronavirus‘ habe die Stadt keine zusätzlichen Vorgaben gemacht. „Es gelten die üblichen Regeln gemäß der Rechtsverordnung des Landes“, sagt Glöckner. Bislang habe es keine Verstöße gegen die Coronaregeln seitens der Musiker gegeben. (mm)

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