Wieso hat man sich für eine Entwidmung des Zollhafens entschieden?

Seit März 2013 ist der Zoll- und Binnenhafen in Mainz kein Hafengebiet mehr. Doch warum hat man sich damals dafür entschieden?

Wieso hat man sich für eine Entwidmung des Zollhafens entschieden?

Seit der Römerzeit spielt der Zollhafen in Mainz eine wichtige Rolle. Erst als Kriegshafen, später als Umschlagsplatz für den Handel. Heute sieht der Zoll- und Binnenhafen aber ganz anders aus - denn dort ist in den vergangenen Jahren ein Stadtquartier entstanden (wir berichteten).

Dafür hatte sich der Mainzer Stadtrat 2003 entschieden. 2013 war es schließlich soweit: Der Zoll- und Binnenhafen wurde offiziell entwidmet. Damit galt der Zoll- und Binnenhafen nicht mehr als Hafengebiet, wie im März 2013 im Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz zu lesen war. Das Containerterminal wurde schließlich an die Ingelheimer Aue verlegt. Das sah dann so aus:

Doch warum hat man sich für dieses Vorgehen entschieden? Das fragt sich auch Merkurist-Leserin Lisa in ihrem Snip: „Wieso konnte bei der wichtigen Bundeswasserstraße Rhein der Zollhafen für Schiffe entwidmet werden?“

Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) sagt dazu rückblickend im Gespräch mit Merkurist: „Das war eine schlaue Entscheidung. Erstmals seit 150 Jahren haben wir damit diesen Teil des Hafens für die Bevölkerung freigegeben.“ Den Containerhafen gebe es natürlich noch, er sei nur weiter gerückt. „Der neue Standort ist sogar noch größer. Die Schiffe müssen auch nicht, wie ursprünglich beim Zollhafen, reinfahren, sondern können einfach am Containerterminal halten. Das funktioniert besser und wir konnten Platz für Wohnraum schaffen.“ Es sei also kein Fehler gewesen, sondern eine Verbesserung – „sowohl städtebaulich als auch in der Anbindung des Hafens, da er jetzt direkt am Hauptstrom liegt. Es ist viel effizienter und besser für die internationale Binnenschifffahrt“, erklärt Grosse.

„Mainzer können das Wasser wieder nutzen“

Noch immer laufen die Bauarbeiten in dem neuen Stadtquartier. „Es ist der komplizierteste Bebauungsplan, den die Stadt je gesehen hat. Und es passiert sehr viel: Immer wenn man am Zollhafen vorbeifährt, sieht man bauliche Fortschritte“, sagt Grosse. Sie sei sehr zufrieden mit der hochwertigen Architektur, die dort entstehe. Für alle Baufelder führe das Dezernat Wettbewerbe durch. „So können wir die Qualität der Bebauung und Gestaltung beeinflussen. Auch die Anbindung an die nördliche Neustadt, die wir ebenfalls gerade entwickeln, ist natürlich mit bedacht worden und das finde ich sehr gelungen.“

Außerdem können die Mainzer damit auch endlich das Wasser wieder nutzen, denn der Zugang sei vorher versperrt gewesen. „Wir holen das Wasser zurück in die Stadt, das ist auch wichtig fürs Lebensgefühl der Mainzer. Hier ist ein Freiraum für die Öffentlichkeit geschaffen worden. Es ist eine städtebauliche Entwicklung, die uns ganz weit nach vorne gebracht hat und nach meiner Auffassung ein echter Gewinn ist“, so Grosse abschließend. (mm)

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