Das Kollektiv Mainz hat einen Käufer gefunden

Das Kollektiv Mainz, ein Shop für lokale Labels und Dienstleistungen, wird nun doch weiter betrieben. Ein neuer Besitzer will das Konzept größtenteils erhalten - mit einer Änderung.

Das Kollektiv Mainz hat einen Käufer gefunden

Nachhaltige Kleidung, Schmuck und Dienstleistungen vereint in einem einzigen Store - das ist das Konzept des „Kollektiv Mainz“ in der Neubrunnenstraße an der Alten Feuerwache. Kleine Läden sollen hier die Möglichkeit bekommen, sich im Einzelhandel auszuprobieren und zu etablieren. Seit Juni 2019 gibt es das Geschäft, doch schon im Februar dieses Jahres erklärten die beiden Gründerinnen Arleny Stegmaier und Vera Kohl gegenüber Merkurist, den Laden aus Zeitgründen nicht mehr wie geplant weiterführen zu können. (wir berichteten). Man habe den Aufwand unterschätzt und wolle den Fokus stärker auf die Kerngeschäfte legen - Arleny Stegmaier konzentriert sich seitdem auf ihr Modegeschäft Frankie & Lou. Vera Kohl ist Inhaberin des Cafés „Dicke Lilli, gutes Kind“ und der Weinbar „Marlene“.

Ladenbesitzerinnen aus Büdingen identifizierten sich mit Konzept

Und trotzdem hat das „Kollektiv Mainz“ eine Zukunft, denn die beiden Gründerinnen fanden Interessenten, die den Store übernehmen wollten: Anne Sperling und Rosel Marzan vom Concept Store Asper aus Büdingen. Auf das Kollektiv aufmerksam geworden sind die beiden über einen Merkurist-Artikel. „Wir haben zufällig auf Merkurist gelesen, dass die beiden Gründerinnen ihr Konzept ändern wollen und einen Storemanager suchen. Wir haben uns zunächst beworben, weil wir gedacht haben, wir könnten Fläche anmieten und dort verkaufen“, erklärt Rosel Marzan. In einem Gespräch sei daraus dann mehr entstanden und man habe sich zum Kauf des Geschäfts entschieden. „Der Laden passte in unser Konzept und ergänzte sich gut mit unseren Einrichtungs- und Dekorationsprodukten. Wir haben viele Marken, die für Nachhaltigkeit stehen und nur kleine Manufakturen haben. Wir konnten uns von Anfang an damit identifizieren, es war wie Liebe auf den ersten Blick“, so Marzan. Zusammen mit Anne Sperling übernahm sie den Laden zum 1. April.

„Wir konnten uns von Anfang an damit identifizieren, es war wie Liebe auf den ersten Blick.“ - Rosel Marzan von Asper Concept Store

Auch die Gründerinnen zeigen sich glücklich über die Übernahme. „Uns lag das Konzept sehr am Herzen und wir wollten sichergehen, dass Geist und Seele des Geschäfts erhalten bleiben. Das ist uns gelungen, Branding, Name und Konzept bleiben 1:1 dasselbe, nur die Leitung ändert sich“, versichert Arleny Stegmaier. Mit einer kleinen Ausnahme: Anstatt sich wie vorher ausschließlich auf lokale Läden zu fokussieren, sind nun auch dänische und norwegische Marken mit im Programm. Jedoch erfüllen sie laut Angaben der neuen Besitzerinnen die festgelegten Kriterien: klein, keine Mainstream-Massenware, Nachhaltigkeitsfokus.

Arleny Stegmaier bleibt als Beraterin

Kurz nach Übernahme kam jedoch der Corona-Lockdown. Diesen nutzten Sperling und Marzan, um die Warenpräsentation ein wenig umzustrukturieren. Auch Initiativen wie Mainzgebracht habe man dankend angenommen und versucht, neue Produkte zu bewerben. Seit Aufhebung des Lockdowns gibt es nun wieder Marken von lokalen (und nordischen) Labels wie God bag, Yayday, Sans und Halfday. Ganz zurückgezogen haben sich Stegmaier und Kohl nicht. Arleny Stegmaier ist weiterhin in den Räumlichkeiten des „Kollektiv Mainz“ anzutreffen, dort verkauft sie ihre Waren. Zudem unterstützt sie die neuen Inhaberinnen als Beraterin. (pk)

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