Warum dieser Gastronom alleine vor seiner Pizzeria isst

Viele Gastronomen trifft die Corona-Krise hart - auch Piero Bellini, den Besitzer der Pizzeria „Como Lario Da Bruno“. Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht er nun auf sich und seinen Betrieb aufmerksam.

Warum dieser Gastronom alleine vor seiner Pizzeria isst

Ein Mann sitzt alleine vor dem Eingang der Pizzeria „Como Lario Da Bruno“ in der Neubrunnenstraße. Vor ihm stehen ein Glas Wein und ein Teller mit Salat. Und er ist kein Unbekannter: Denn der Mann ist Piero Bellini, der Besitzer der Pizzeria. Merkurist hat er erzählt, warum er sich zum Essen alleine vor seine Pizzeria gesetzt hat.

Die Idee ist aus der Not heraus entstanden: „Ich hatte Hunger. Und ich wollte, dass die Leute sehen, dass wir geöffnet haben“, erzählt Bellini. Erst drei Tage zuvor hatte er seine Pizzeria wieder geöffnet. Und das sollte sich weiter rumsprechen. „Drinnen sehen die Leute mich ja nicht, deswegen habe ich gedacht, warum setzte ich mich nicht einfach nach draußen.“

Gesagt, getan: Mit einem Getränk und einem italienischen Salat setzte er sich an den gedeckten Tisch in seinem Eingangsbereich. Doch warum ein italienischer Salat? „Das ist das älteste Gericht auf unserer Karte. Schon seit 1962, also von Anfang an, gibt es diesen Salat - so wie er ist - bei uns zu essen“, sagt der Inhaber.

„Ich habe mich über ein bisschen Normalität gefreut“

Doch Bellini wollte nicht nur, dass die Leute auf ihn aufmerksam werden. „Ich war so froh, dass ich nicht mehr nur Zuhause sein musste. Über ein bisschen Normalität habe ich mich sehr gefreut.“ Zu dieser Normalität gehören auch die Gespräche mit seinen Kunden, sagt er. „Wenn es etwas ruhiger war und wir nicht mehr so viele Bestellungen hatten, dann haben wir in den Pausen immer mit den Leuten geredet. Hier kennt man sich ja untereinander.“

Auch darauf ist Bellini besonders stolz: die lange Tradition. Er hat die Pizzeria von seinem Vater Bruno übernommen, der sie 1962 eröffnet hat. „Wir haben Stammgäste, die kommen schon seit fünf Generationen zu uns. Ein Paar hat sogar mal sein Baby nach meinem Vater benannt“, sagt er. Das Miteinander mit seinen Gästen vermisst der Mainzer deshalb besonders.

Zumindest für Pizzen und Salate zum Mitnehmen ist sein Restaurant wieder geöffnet. „Auch meine Kunden freuen sich, wenn sie wieder meine Pizza bekommen und nicht mehr Tiefkühlpizza essen müssen.“ Von seinen Stammgästen hat er bei seiner kleinen Aktion vor der Pizzeria sogar ein paar Kleinigkeiten geschenkt bekommen: „Es gab Ostereier, einen Osterhasen und manche haben mir auch eine Flasche Bier vorbei gebracht.“ Er wünscht sich trotz der schwierigen Zeit gerade aber vor allem eines - dass seine Kunden gesund bleiben. (df)

Logo