Flüsterbar im „Old English“-Stil: Neueröffnung in der Neutorstraße

Nach langer Wartezeit ist es soweit: Die „Rheinhattan Bar“ in der Neutorstraße öffnet Anfang April. Wir haben mit Inhaber Markus Schuler gesprochen.

Flüsterbar im „Old English“-Stil: Neueröffnung in der Neutorstraße

Wer die Räume der neuen „Rheinhattan Bar“ in der Neutorstraße betritt, weiß erst einmal gar nicht, wo er hinschauen soll. Auf die Chesterfield-Couches zur Rechten oder die italienischen Barhocker an der selbstgebauten Theke zur Linken? Auf die vielen Spirituosen, die dahinter stehen? Oder auf die zahlreichen Spiegel, Kronleuchter und weiteren Accessoires, die sich in der Bar verstecken? Inhaber Markus Schuler und seine Frau Alexandra haben bei der Einrichtung viel Wert auf Details gelegt. Die Bar orientiert sich an Old English Bars mit Jugendstil-Elementen, wie Schuler sagt.

Streng genommen beginnen die Details schon, bevor man die Bar betritt: Denn wer Einlass möchte, muss zunächst klingeln. Im Inneren ertönt dann der Klang eines Westminsterschlags. Dieses Prinzip kennt man von „Speakeasy“-Bars (Flüsterbars), die ihren Ursprung aus der Prohibitionszeit in den USA hatten.

Außerdem wird es einen Raucherraum geben, der abgetrennt ist vom Gastraum und ohne Service, damit sich die Mitarbeiter nicht dem Zigarettenqualm aussetzen müssen. Auch dort gibt es einige Überraschungen: etwa ein Piano und einen Spionspiegel.

Corona sorgt für Verzögerungen

„Alle Erlebnisse, die ich in den letzten Jahren hatte, fließen hier zusammen. Meine Frau und ich haben uns auch von Urlauben inspirieren lassen und viele Einrichtungsgegenstände vor Ort gekauft“, sagt Schuler. Der Barkeeper und Liquid Artist hatte im Jahr 2019 seine frühere Cocktailbar „DejaVu“ geschlossen und wollte Anfang 2020 die neue Bar eröffnen. Doch erst machten ein Wasserschaden vom Vorgänger und damit verbundene Gutachten Ärger, dann stand ihm die Corona-Krise im Weg. Noch bis heute wurde nicht jedes Teil geliefert: So wartet Schuler immer noch auf eine 70er-Jahre-Jukebox, die später am Eingang stehen soll. Auf eine Spülmaschine wartet er seit neun Monaten. „Das war das größte Problem: Wegen Corona gibt es bei den Lieferungen extreme Wartezeiten.“

Doch am 8. April wird es endlich losgehen: Dann stehen auf der 16 Seiten langen Cocktail-Karte einige Klassiker, aber auch Champagner-, Aperitif-, Liquid Arts-, Tiki- und alkoholfreie Cocktails. Zudem gibt es seltene Spirituosen wie einen 100 Jahre alten Cognac oder einen 50 Jahre alten Macallan-Whisky. Wie bei der Einrichtung achtet Schuler auch bei den Cocktails auf Feinheiten – bis hin zum passenden Eis für jeden Cocktail. Es gibt Eiswürfel, Eiskugeln, Eisdiamanten, längliche Eis-„Spears“ und geschältes Eis für Daiquiris. Dafür hat Schuler zwei japanische Eismaschinen gekauft. Er sagt: „Eiswürfel machen ist eine Kunst für sich: Das Getränk muss kühl bleiben, aber darf nicht verwässern.

2Gplus trotz „Freedom Day“

Die Säfte und Sirups stellt das Team ebenso selbst her, wie unter anderem den Gin und einen Wildbeerrum mit Finther Erdbeeren. Auch sonst kommen immer wieder Früchte aus der Region je nach Saison zum Einsatz. Über die Theke gehen außerdem Biere der Marken Jever, Radeberger, Guinness, Kilkenny und IPA vom Fass.

Auch wenn kurz vor der Eröffnung wohl alle Corona-Regeln in der Gastronomie wegfallen werden, setzt Schuler auf 2Gplus. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen, unsere Mitarbeiter und Gäste schützen“, sagt Schuler. Außerdem wurde ein Luftfilter eingebaut und es werden keine großen Gruppen reingelassen. Auf etwa 75 Quadratmetern sollen am Ende etwa 46 Gäste sitzen – in vollklimatisierten Räumen. „Auch im Sommer werden wir dann angenehme 20 Grad haben.“

Geöffnet hat die „Rheinhattan Bar“ ab 8. April von Mittwoch bis Samstag von 19 bis 1 Uhr (am Wochenende bis 2 Uhr).

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