Bekommt Mainz jetzt sein eigenes „Amazon“?

Um das Bummeln in der Mainzer Innenstadt attraktiver zu machen, werden einige Ideen ausgearbeitet. Eine davon betrifft die Umgestaltung der Ludwigsstraße. Hier soll ein City-Hub entstehen. Was es damit auf sich hat.

Bekommt Mainz jetzt sein eigenes „Amazon“?

Nach einer ausgiebigen Shopping-Tour durch die Mainzer Innenstadt nervt oft vor allem eines: die Menge an Tüten, die man - möglicherweise auf dem Rad oder im Bus - nach Hause schleppen muss. Mit der Neugestaltung der Ludwigsstraße soll sich das allerdings ändern - denn auf der „Lu“ soll ein City-Hub entstehen, also eine Art „Mainzer Amazon“.

Die Idee dahinter ist, dass in dem Hub, das im Parkhaus an der Ludwigsstraße stehen soll, die Einkäufe der Kunden von den Händlern deponiert werden können. Später kann man sie dort abholen oder sie sich nach Hause liefern lassen. Gefördert werden soll damit unter anderem die verstärkte Nutzung des Nahverkehrs. Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) befürwortet die Einführung eines Hubs. „Das könnte dem Areal einen Schub geben. Das ist wie eine Art ‘Lieferando’ für Einzelhändler in der Innenstadt.“

Vorteile für den Kunden

Auch Citymanager Dominique Liggins sieht darin Vorteile: „Es könnte sein, dass wir dem Kunden gewisse Vorteile rund um dessen Einkaufserlebnis anbieten können. Wir möchten eine Verweildauer in Mainz, die Leute sollen nicht schnell in die Stadt kommen, etwas kaufen und direkt wieder gehen. Wir möchten, dass die Menschen bleiben, dass sie in mehreren Geschäften, Kinos, Museen ihr Geld ausgeben.“ Ein City-Hub würde seiner Meinung nach die Logistik innerhalb der Stadt reduzieren, das würde wiederum die Aufenthaltsqualität in der Stadt steigern, weil es weniger Lieferverkehr geben würde.

Liggins stellt sich das Ganze so vor: „Der Kunde könnte seine Tasche im Laden lassen, sie wird mit einem Label versehen, der Kunde erhält ein Ticket und kann den Einkauf dann später entweder selbst am City-Hub abholen oder sich die Waren nach Hause liefern lassen.“ Es könnte außerdem, zum Beispiel in Hechtsheim, ein zweites großes Logistikzentrum für die Innenstadt geben, so der Citymanager. „Selbst große Warenhausketten könnten dort beliefert werden.“

Ob solch ein Lieferdienst aber funktioniere, könne der Citymanager noch nicht sagen. „Dafür braucht es viele Faktoren, zum Beispiel eine breite Zustimmung aus dem Handel. Denn die Händler müssen bereit sein, zu investieren und die Stadt oder mögliche Betreiber hier nicht allein zu lassen. Es geht darum, dass die Händler den Kunden einen Mehrwert geben.“ Liggins warnt aber auch: „Es bringt nichts, wenn wir einen lokalen Lieferservice und das City-Hub haben, am Ende machen aber nur 70 Händler mit.“ (pk)

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