So läuft der Kino-Besuch in Corona-Zeiten

Seit dem vergangenen Donnerstag haben die Kinos in Rheinland-Pfalz wieder geöffnet. Doch wie nehmen Gäste das Filmangebot wahr und auf welche Schwierigkeiten hat man als Kinobetreiber jetzt?

So läuft der Kino-Besuch in Corona-Zeiten

Über ein halbes Jahr lang mussten sich Kino-Fans in Rheinland-Pfalz gedulden: Seit dem 1. Juli haben Kinos im Land wieder geöffnet. Doch wie nehmen die Mainzer das Angebot wahr? Im Gespräch mit Merkurist sagt Yusuf Dindas vom Mainzer Cinestar-Kino: „Man hat unseren Gästen angemerkt, dass sie sich sehr auf den ersten Kinobesuch seit Monaten gefreut haben.“

Gut seien die Besucherzahlen, sagt Dindas, wenn auch noch nicht vergleichbar mit der Zeit vor der Pandemie. Das wechselhafte Wetter der vergangenen Tagen spielte den Kinobetreibern in die Karten. Denn normalerweise ist im Sommer in Kinos eher Flaute angesagt. „Üblicherweise erscheinen große Blockbuster eher im Herbst oder in der Vorweihnachtszeit, weil es die Menschen in der kälteren Jahreszeit mehr ins Kino zieht“, erklärt Dindas. Weil sich während des langen Lockdowns aber viele Filme regelrecht angestaut hätten, sei die Anzahl der hochwertigen Streifen derzeit groß.

Wer geht jetzt ins Kino?

In den ersten Tagen sei das Publikum durchaus gemischt: Von Paaren, kleineren Gruppen bis Familien mit Kindern seien eigentlich alle typischen Kinogänger ins Cinestar gekommen. Doch welche Filme sind gerade die beliebtesten? Dindas sagt: „Erwachsene gehen häufig in Filme wie ‘Godzilla vs. Kong’ oder ‘Conjuring 3’.“ Bei Familien mit Kindern seien die Neuverfilmung von Catweazle oder Peter Hase 2 angesagt.

Doch bis sich der Corona-Alltag bei Besuchern und Kino-Betreibern eingespielt hat, wird es wohl noch ein bisschen dauern. Zumindest berichtet Dindas auch von einigen Startschwierigkeiten. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, braucht vor dem Kinobesuch zum Beispiel einen negativen Schnelltest. Das scheint aber noch nicht jedem Kinobesucher bewusst zu sein. „Manche Gäste sind in dieser Hinsicht noch nicht vollumfänglich informiert, obwohl wir auf allen Kanälen auf die Testpflicht hinweisen“, so Dindas. Seit dem Wochenende befindet sich daher direkt vor dem Haupteingang des Kinos in der Holzhofstraße eine Schnellteststation.

Hinzu komme, dass wegen der Hygieneregeln der Ablauf im Kino länger als in der Vor-Corona-Zeit dauert. „Zunächst müssen wir am Eingang kontrollieren, ob unsere Gäste geimpft, genesen oder getestet sind. Dann gilt für unser Kino-Foyer eine Maximalkapazität an Gästen. Sollte es hier kurzzeitig sehr voll werden, müssen wir zu Stoßzeiten manchmal den Eingang absperren, bis sich alle Gäste verteilt haben“, erklärt Dindas. In den Räumen des Kinos herrscht für Gäste die Maskenpflicht, am Platz selbst dürfen sie den Mund-Nasenschutz dann aber abnehmen.

Mitarbeiter sind geschult

Damit der Ablauf im Cinestar möglichst reibungslos von statten gehen kann, wurden die Kino-Mitarbeiter geschult. „Die meisten Abläufe kennen wir bereits aus dem letzten Jahr, hier haben wir den Kenntnisstand der Mitarbeiter eher aufgefrischt. Aber in Sachen Ausweiskontrolle oder Gästeregistrierung mit der der Luca-App haben wir unsere Mitarbeiter neu geschult“, so Dindas.

Momentan dürfen die Kinosäle nur bis zur Hälfte gefüllt werden. Yusuf Dindas hofft, dass sich das bald ändert. Er sagt: „Wir sehen alle, dass die Maßnahmen derzeit notwendig sind. Wir wünschen uns einfach, dass wir die Pandemie alle so schnell wie möglich überstehen. Es wäre schön, wenn wir wieder einen normalen Kinoalltag anbieten könnten und unsere Gäste sich keine Gedanken mehr über Schnelltests und Maskenpflicht machen müssen.“

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