Was ist los bei der 26. „Sommerschwüle“?

Am Samstag zeigte Mainz sich bei der diesjährigen Sommerschwüle wieder von seiner bunten Seite. Merkurist war vor Ort und hat sich umgesehen.

Was ist los bei der 26. „Sommerschwüle“?

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Vereinzelt streifen Passanten und Besucher am frühen Samstagnachmittag über den Gutenbergplatz, dem zentralen Veranstaltungsort der 26. „Sommerschwüle“. Die meisten sind erst einmal auf der Suche nach zwei Dingen: Getränken und Schatten, denn zu diesem Zeitpunkt brennt die Sonne bei 30 Grad unerbitterlich auf die Besucher herab. Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch, vor der Hauptbühne wird schon vor offiziellem Beginn des Mainzer Christopher Street Days (CSD) ausgelassen getanzt. Dieser findet unter dem Motto „Einheit in Vielfalt. Gemeinsam stark!“ statt.

Auch die Standbetreiber, die die Besucher mit Informationen und Produkten rund um die LGBTQ-Community versorgen, retten sich in den Schatten ihrer Pavillons und warten dort auf die Besucher. So auch Christian Schmitt aus Wiesbaden, der zum zweiten Mal dabei ist. Er betreibt einen Großhandel für Erotikartikel. „Es sind auf jeden Fall weniger Leute als vergangenes Jahr“, sagt er und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Bei der „Sommerschwüle“ möchte er seine Produkte vorstellen, unter anderem Gleitgel. Doch so recht trauen mag sich zunächst keiner der Besucher. Dann treten schließlich zwei Frauen selbstbewusst an den Stand und philosophieren über andere Verwendungsmöglichkeiten des Produkts. „Man kann das zum Beispiel auch als Ersatz für Haargel nehmen“, sagt eine der Frauen. Christian Schmitt lacht. „Das habe ich so auch noch nicht gehört.“

Doch dann ist es schlagartig vorbei mit der Ruhe. Um 15:30 Uhr biegt der Demonstrationszug, der etwa eineinhalb Stunden zuvor am Gutenbergplatz gestartet war, am Höfchen ein. Tausende schwenken Regenbogenfahnen oder haben Sonnenschirme in entsprechenden Farbtönen dabei. Und sie verbreiten ihre Forderung nach Akzeptanz und Toleranz mit viel Musik, Protestsprüchen und bunt bemalten Schildern. Und auch aufwändige Kostüme und Körperbemalungen dürfen nicht fehlen.

Vor dem Theater werden die Teilnehmer unter anderem von Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), Schirmfrau Simona Maier, Schirmherr Sandro Schwarz und Florian Schlögel vom veranstaltenden Verein „Schwuguntia“ begrüßt. Letzterer unterstreicht noch einmal, weswegen die Besucher heute hier sind: „Es ist Zeit, die Vielfalt zu leben und gemeinsam für Akzeptanz von Vielfalt einzustehen. In unserer Vielfalt sind wir geeint und gemeinsam sind wir stark.“

Noch bis 22 Uhr läuft der CSD auf dem Mainzer Gutenbergplatz. Unter anderem wird es noch eine Dragshow geben und die Band „Nuwanda“ tritt auf. Danach geht es ab 22 Uhr in der Rheingoldhalle auf der CSD-Party weiter. Das ausführliche Programm findet Ihr hier. (js)

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