Grünen-Vorsitzender in Mainz attackiert und bedroht

Der Co-Vorsitzende der Mainzer Grünen, Christoph Kozubek, ist in seiner Wohnung attackiert und bedroht worden. Er und seine Partei verurteilen den Vorfall scharf und fordern mehr Schutz.

Grünen-Vorsitzender in Mainz attackiert und bedroht

Der Co-Vorsitzende der Mainzer Grünen, Christoph Kozubek, ist in seiner Wohnung in der Altstadt attackiert und bedroht worden. Wie die Allgemeine Zeitung (AZ) berichtet, ereignete sich der Vorfall bereits am 19. Dezember.

Am Abend jenes Freitags hätten drei vermummte Personen Eier gegen die Vorder- und Rückseite seines Hauses geworfen, schilderte der 36-Jährige der AZ. Zudem sei er massiv bedroht worden. Jemand habe gerufen: „Stirb, du grüner Hurensohn“.

Der Vorfall habe Spuren hinterlassen, so Kozubek. „Das macht etwas mit einem“, sagte er. Er habe lange überlegt, an die Öffentlichkeit zu gehen, wolle nun aber die Gesellschaft und die Polizei sensibilisieren. Er schlafe schlecht und gerate immer wieder in ein „Gedankenkarussell, was noch passieren kann“.

Es handele sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art. Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden im vergangenen März seien immer wieder Schmierereien wie „Tod den Altparteien“ oder „Nur die AfD“ an der Hauswand aufgetaucht. Die Täter würden vermutlich wollen, „dass wir still werden“, so Kozubek. „Auch deshalb rede ich darüber, denn still dürfen wir nicht werden.“

Mainzer Grüne verurteilen Angriff als Attacke auf Demokratie

Die Mainzer Grünen verurteilten die Attacke in einer Mitteilung vom Freitag (17. Januar) „in aller Schärfe“. Der Angriff auf Kozubeks Zuhause stelle „eine neue Eskalationsstufe dar“ und sei ein alarmierendes Signal für den Zustand der politischen Debattenkultur“, erklärte Co-Vorsitzende Teresa Bicknell. Man stehe solidarisch an der Seite des Betroffenen.

Solche Angriffe würden sich nicht nur gegen einzelne Personen, sondern gegen das Fundament der Demokratie richten. „Wer Mandatsträgerinnen und Mandatsträger einschüchtert oder bedroht, greift bewusst das demokratische Engagement an“, heißt es in der Erklärung. Die Partei erwarte eine konsequente strafrechtliche Verfolgung und rufe alle demokratischen Kräfte auf, Haltung zu zeigen.