Wegen GFZ-Kaserne: OB Ebling schreibt Brief an Dreyer und von der Leyen

Kasernengelände wird voraussichtlich erst 2022 freigegeben

Wegen GFZ-Kaserne: OB Ebling schreibt Brief an Dreyer und von der Leyen

Die Bundeswehr wird das Gelände der Generalfeldzeugmeister-Kaserne (GFZ-Kaserne) in der Mainzer Oberstadt überraschend nicht wie geplant im Jahr 2019 freigeben. Deshalb hat sich Oberbürgermeister Michael Ebling am heutigen Dienstag in Briefen an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen gewandt.

Wie die Stadt Mainz in einer Pressemitteilung mitteilt, habe man selbst nur durch Medienberichte von den Verzögerungen erfahren (Die Allgemeine Zeitung hatte berichtet). Der Plan sah bis zuletzt vor, dass die letzten rund 200 verbliebenen Soldaten der GFZ-Kaserne bis Ende 2019 auf die nahegelegene Kurmainz-Kaserne verlegt werden (wir berichteten). Der Truppenauszug wird sich laut der Stadt Mainz nun bis mindestens 2022 verzögern.

Ebling hat deshalb am Dienstag Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und RLP-Ministerpräsidentin Malu Dreyer angeschrieben und auf die Zwänge und Nöte der Stadt Mainz, die im Zusammenhang mit dem rund neun Hektar großen Areal stehen, aufmerksam gemacht. In seinem Brief an Dreyer schrieb Ebling, es sei essentiell, dass das Kasernenegelände freigegeben wird. Durch das geplante Wohngebiet auf dem Gelände könne ein wichtiger Schritt für mehr bezahlbaren Wohnraum in Mainz gegangen werden

An Ursula von der Leyen schrieb Ebling, er sei „mehr als enttäuscht“ über die zeitlichen Abläufe der Freigabe der GFZ-Kaserne. Außerdem wiederholte Ebling ein Angebot vom März 2017, wonach die Stadt Mainz bei der Zusammenlegung der beiden Kasernen im Rahmen ihrer Möglichkeiten jede Unterstützung zusichert.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Stadtratsfraktionen, darunter die Grünen, die SPD, FDP und Linke mit Kritik auf die Entscheidung des Verteidigungsministeriums reagiert. Die Entscheidung sei „gesellschaftspolitisch unverantwortlich“, so die Fraktionsvorsitzenden von Grünen, SPD und FDP, in einer gemeinsamen Erklärung. Tupac Orellana, Fraktionsvorsitzender der Mainzer Linken sagte: „Mainz braucht dringend Wohnraum - auf Bundeswehrkasernen kann die Landeshauptstadt dagegen verzichten.“

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