Katastrophenalarm: Wie künftig alle Menschen erreicht werden sollen

Der Bundesrat hat beschlossen, dass künftig schneller Warnungen im Katastrophenfall möglich sein werden. Alle Menschen, die mit ihrem Handy in einer Mobilfunkzelle eingebucht sind, würden dann Warnungen erhalten.

Katastrophenalarm: Wie künftig alle Menschen erreicht werden sollen

Großbrand, Austritt von Gefahrenstoffen oder Hochwasser: Bei einer Katastrophe gilt es, die Bevölkerung schnell zu warnen. Warn-Apps wie Nina oder Katwarn gibt es bereits seit vielen Jahren, erreichen aber nur diejenigen, die sie auch installiert haben.

Nun will der Bund nachlegen: Am Montag hat der Bundesrat beschlossen, dass über die sogenannte Cell Broadcast-Technik künftig alle Menschen bei einem Notfall über ihr Handy erreicht werden sollen – unabhängig davon, ob sie eine App heruntergeladen haben oder nicht. Die Warnmeldungen würden dann an alle Mobilfunkendgeräte versendet, die sich in dem Abschnitt des Mobilfunknetzes befinden. Dazu registrieren sich die Geräte automatisiert in der jeweiligen Funkzelle, damit ein Netzempfang hergestellt werden kann. Die Empfänger würden anonym erreicht.

Implementierung für Anfang 2022 erwartet

Die Technik soll damit die Apps sowie die Sirenen und die Hinweise über den Rundfunk ergänzen, so Digitalisierungs-Staatssekretär Fedor Ruhose. „Die Warnungen werden über das gemeinsame Modulare Warnsystem des Bundes und der Länder (MoWaS) ausgelöst.“

Um die neue Verordnung beschließen zu können, war eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes notwendig, die nun zum 1. Dezember 2021 in Kraft trete, heißt es in einer Mitteilung der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Jetzt fehle noch eine Technische Richtlinie der Bundesnetzagentur, dann könne die Cell Broadcast-Technologie in die Mobilfunknetze implementiert werden. Das sei für Anfang des kommenden Jahres zu erwarten, so Ruhose sowie die Bevollmächtigte für Medien, Staatssekretärin Heike Raab. „Für diese Phase werden wir uns im engen Austausch mit den Mobilfunknetzbetreibern am Runden Tisch Mobilfunk dafür einsetzen, dass das Ahrtal als Modellregion für einen frühzeitigen Demonstrationsbetrieb vorgesehen wird.“

Mehr Informationen zu der Technologie findet ihr auf der Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

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