Freistoßtrick und Gedenken an Onkel Hermann - so war der 05-Sieg

Riesen-Erleichterung bei allen Mainz-05-Fans: Die ersten drei Punkte der Saison sind eingefahren. Neuzugang Jeremiah St. Juste erlöste die 05er mit seinem späten Tor.

Freistoßtrick und Gedenken an Onkel Hermann - so war der 05-Sieg

Es gibt Spiele, die können den Verlauf der restlichen Saison massiv beeinflussen. Verliert man ein solches Schlüsselspiel, läuft man während der restlichen Spielzeit den anderen Teams hinterher. Für Mainz 05 und Hertha BSC stand am Samstagnachmittag in der Opel Arena ein solches Spiel an. Und das, obwohl erst der 4. Bundesliga-Spieltag anstand. Mainz war mit drei Bundesliga-Niederlagen und dem unnötigen Pokalaus in Kaiserslautern in die Saison gestartet (letzter Tabellenplatz). Die Berliner gewannen zwar in der ersten Pokalrunde und holten im ersten Ligaspiel einen Punkt beim FC Bayern München, danach aber keinen weiteren mehr. Nun folgte für beide Mannschaften eine Art Neustart nach der Länderspielpause.

Vor dem Duell der Schlusslichter war Mainz-Trainer Sandro Schwarz in der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag schon ein wenig angefressen. Den anwesenden Journalisten raunte er zu: „Wir lassen uns nicht in ein Tief reinquatschen, das wird nie gut gehen.“ Ein wenig war es beiden Teams zu Beginn des Spiel auch anzumerken, dass sie nach der spielfreien Woche am Samstag zum Siegen verdammt waren. Nervöse Mainzer erspielten sich zwar ein paar Halbchancen, doch sie hatten es auch Torwart Robin Zentner zu verdanken, dass sie nach 21 Minuten nicht schon in Rückstand geraten waren. Kurz vor der Halbzeit traf Robin Quaison zur Führung für die 05er, doch nach der Pause drängten die Berliner immer klarer auf den Ausgleich.

Lacher des Spiels und später Siegtreffer

Doch zunächst folgte der Lacher des Spiels von Kunde Malong: Der Mainzer Mittelfeldspieler legte sich bei einem Hertha-Freistoß hinter die Mainzer Mauer, um einen Flachschuss mit dem Körper abwehren zu können. Ein ungewöhnliches Bild in der Bundesliga. Die Fans feierten so viel Hingabe des Kameruners mit Applaus und Gelächter.

Das Lachen verging den Mainzer Fans kurz vor Spielschluss, als Marko Grujic in der 83. Spielminute den Ball zum Ausgleich einköpfte. Doch nur vier Minuten später traf Mainz-Verteidiger Jeremiah St. Juste nach einer Ecke wieder zur Mainzer Führung. Und wie wichtig dieser Treffer war, konnte man der ausgelassenen Jubel-Traube um den Siegtorschützen entnehmen.

Durch den Sieg gegen Hertha BSC steht der FSV nun mit drei Punkten aus vier Spielen auf Tabellenplatz 16 (Stand Samstagabend). Am kommenden Freitag müssen die Mainzer beim FC Schalke 04 ran.

Auf der Stehtribüne gedachten Mainzer Fans dem verstorbenen „Batschkapp“-Sänger Onkel Hermann mit einem Banner - „Joe Cocker vun de Vilzbach! Ruhe in Frieden, Onkel Hermann“. Auch der Song „Meenzer Bube, Meenzer Mädcher“ lief im Stadion. Der Sänger war Ende August gestorben (wir berichteten). (df)

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