Vizekanzler in Mainz: Klingbeil unterstützt Pläne für neue Bibliothek

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat sich in Mainz für den Neubau der Anna-Seghers-Bibliothek am Gutenbergplatz starkgemacht.

Vizekanzler in Mainz: Klingbeil unterstützt Pläne für neue Bibliothek

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat Mainz besucht, um sich über das geplante Kulturquartier am Gutenbergplatz zu informieren. Bei dem Treffen warb Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) um eine millionenschwere Förderung von Bund und Land für den Neubau der Anna-Seghers-Bibliothek, wie die Stadt mitteilt.

Klingbeil wertete das Mainzer Vorhaben als gutes Beispiel für eine Zukunftsinvestition. „Wir investieren in Bibliotheken – und damit in Bildungschancen. Hier ist Wissen für alle zugänglich, unabhängig vom Geldbeutel, der Herkunft, der Ausbildung oder dem Beruf“, erklärte der Vizekanzler bei seinem Besuch. „Genau solche Orte brauchen wir: Hier kommen Menschen zusammen, hier geht es um Bildung und Ideen.“ Auch die rheinland-pfälzischen Minister Doris Ahnen (Finanzen) und Sven Teuber (Kultur) nahmen an dem Treffen teil.

Neues Kulturquartier am Gutenbergplatz

Geplant ist, die öffentliche Bibliothek nach einem halben Jahrhundert an den Bonifazius-Türmen in einen Neubau in zentraler Lage zu verlegen. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Staatstheater soll so ein neues und modernes Kulturquartier entstehen (wir berichteten). Der Neubau bietet laut Stadt deutliche Vorteile: Die Fläche wächst um mehr als 60 Prozent auf rund 2700 Quadratmeter, die bisher getrennten Bereiche für Publikum und Verwaltung werden zusammengelegt und die Miet- sowie Energiekosten sinken.

Außer der Bibliothek soll in dem Gebäude ein neuer Probe- und Konzertsaal für das Philharmonische Staatsorchester untergebracht werden. Das Projekt wird von einer Gesellschaft aus der J. Molitor Immobilien GmbH, Sparkasse Rhein-Nahe und Domkapitel Mainz entwickelt.

Stadt hofft auf Millionen-Förderung

Um das Projekt umsetzen zu können, sind jedoch Fördergelder notwendig. Die Stadt Mainz will noch in diesem Jahr einen Antrag auf Förderung aus dem „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ stellen. Über dieses Programm werden Mittel aus einem Sondervermögen des Bundes an die Kommunen verteilt.

Sollte eine Förderung von 90 Prozent zugesagt werden, könne die Stadt das gesamte Anwesen erwerben. Damit wäre die Stadt Mainz dann alleinige Eigentümerin von Grundstück und Gebäude, sobald es fertiggestellt ist. Die Alternative wäre, am Anwesen ein Teilerbbaurecht mit einer Laufzeit von 99 Jahren zu erwerben.

Oberbürgermeister Haase bezeichnete den Neubau als „kraftvolle Investition in den Bildungs­standort und ein attraktiver Frequenzbringer für unsere Innenstadt“. Im Haushaltsplanentwurf für 2027 ist für das Vorhaben eine Investitionssumme von 48,5 Millionen Euro ohne Ausstattung vorgesehen. Wenn die Förderung zügig zugesagt werde, könnte die neue Bibliothek im Sommer 2028 eröffnen.