Angst vor Omikron: Kommt jetzt der private Lockdown light nach Weihnachten?

Die Omikron-Variante breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Welche Gegenmaßnahmen nun getroffen werden sollen, darüber beraten am Dienstag erneut Bund und Länder. Experten warnen indes vor einer Überbelastung des Gesundheitssystems.

Angst vor Omikron: Kommt jetzt der private Lockdown light nach Weihnachten?

Um die Ausbreitung der Omikron-Variante einzudämmen, könnten schon bald Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene kommen. Das geht aus einer Beschlussvorlage zur Vorbereitung des Bundes-Länder-Treffens am Dienstag (21. Dezember) hervor. Ab dem 28. Dezember könnten demnach private Treffen von Geimpften und Genesenen nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt sein. Über die Vorschläge stimmen sich die Regierungschefs der Länder am Dienstag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ab. Doch schon vor dem Bund-Länder-Treffen schlagen Experten nun Alarm. Sie befürchten eine dramatische Erhöhung der Fallzahlen.

RKI ändert Risiko-Bewertung

Aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante passte das Robert-Koch-Institut (RKI) nun noch einmal seine Risiko-Bewertung an. Demnach wird die Ansteckungsgefahr für zweimal Geimpfte und Genesene als hoch eingestuft, die für Ungeimpfte als sehr hoch. Bei einer weiteren Verbreitung der Omikron-Variante sei eine weitere Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfällen zu befürchten. Auch die bundesweit verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten könnten dadurch überschritten werden.

Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) warnten noch einmal eindringlich vor Omikron und einer Überbelastung des Gesundheitssystems: „Wir stehen in einer schwierigen Phase der Pandemie. Eine noch unbekannte, aber offensichtlich höchst ansteckende Virusmutante und immer noch sehr volle Intensivstationen stellen uns vor große Herausforderungen.“ Die aktuelle Situation der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz sei sehr angespannt. Elektivleistungen würden aktuell reduziert, um notwendige, nicht planbare Eingriffe weiter sicherzustellen.

Eine dramatische Entwicklung sieht auch der Epidemiologe Hajo Zeeb auf Deutschland zukommen. Wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte, würden die Zahlen der Neuinfektionen und der Menschen im Krankenhaus vermutlich alles übersteigen, was man bisher gesehen habe. Vor allem im Januar müsse in Deutschland mit einer hohen Hospitalisierung gerechnet werden. Eine generelle Ausbreitung von Omikron sei jedoch trotz Kontaktbeschränkungen und Impfungen nicht mehr zu verhindern. Immerhin könnten diese Maßnahmen aber das Tempo der Ausbreitung verlangsamen, so der Experte. Deshalb fordere er nun noch vor Neujahr schärfere Maßnahmen.

Welche davon Kanzler Olaf Scholz und die 16 Ministerpräsidenten beschließen werden, wird sich im Laufe des Dienstag klären.

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