Entscheidung gefallen: Mainz sagt „Nein“ zum Bibelturm

Rund 163.000 Mainzer konnten ihre Stimme abgeben

Entscheidung gefallen: Mainz sagt „Nein“ zum Bibelturm

Seit 19:35 Uhr steht das Ergebnis fest: Mainz wird keinen Bibelturm bekommen. Dies teilte Oberbürgermeister Michael Ebling am Abend auf einer Pressekonferenz im Rathaus mit.

Beim ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt Mainz entschied sich die Mehrheit der wahlberechtigten Bürger demnach klar gegen die Erweiterung des Gutenberg-Museums auf dem Liebfrauenplatz. 77 Prozent der Wähler stimmten mit „Nein“, lediglich 22,3 Prozent mit „Ja“.

Das Ergebnis ist aber noch kein vorläufiges amtliches Endergebnis, da erst 43 von 55 Stimmbezirken ausgezählt sind. Am Ergebnis „Nein“ zum Bibelturm wird sich aber nichts mehr wesentliches ändern.

Nino Haase, der Sprecher der Bürgerinitiative Gutenberg-Museum, die gegen den Bau des Bibelturms war, zeigte sich zufrieden: „Die Entscheidung zeigt, dass wir mit unserem Anliegen auf der richtigen Seite waren“. Seiner Initiative sei es gelungen, die Bürger für sich zu gewinnen, so Haase.

Die Befürworter des Bibelturms zeigten sich enttäuscht: „Das Misstrauen hat gewonnen, Mainz hat verloren“, so Johannes Strugalla von der Initiative „Mainz für Gutenberg“. Man habe es nicht geschafft, mit Vernunft und Fakten die negative Stimmungsmache ins Positive zu wenden, so Strugalla.

Während Oberbürgermeister Michael Ebling den Blick nach vorne richtete und ankündigte, dass man sich nun zunächst erst Gedanken über die weitere Planung machen müsse, kritisierte Dr. Henning von Vieregge von den Bibelturm-Befürwortern den OB scharf: „Herr Oberbürgermeister, ich hoffe, dass Sie die Größe haben, Ihre doppelte Niederlage einzugestehen. Sie wollten mit dem Bürgerentscheid Frieden in die Stadt bringen, Sie haben Unfrieden in die Stadt gebracht. Sie sind gescheitert. Dies ist ein Tiefpunkt in Ihrer Karriere, die ja sonst sehr erfolgreich ist.“

Ebling selbst reagierte äußerlich gelassen auf das Ergebnis: „Diese Entscheidung respektieren wir selbstverständlich. Ich will an dieser Stelle aber auch betonen, dass es sich trotz der stellenweise sehr hitzig geführten Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern des Bibelturms hierbei um eine reine Sachentscheidung gehandelt hat. Egal ob man für oder gegen diese Erweiterung abgestimmt hat, wir alle sind Mainzer und das städtische Leben geht auch morgen weiter. Mit dem heutigen Tag herrscht Klarheit nach einer stellenweise sehr emotional geführten Diskussion und ich hoffe die mehrheitlich getroffene Entscheidung trägt zur Befriedung innerhalb der Stadtgesellschaft bei.“

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