Ist Taubenfüttern in Mainz wirklich verboten?

In der ganzen Mainzer Innenstadt trifft man Tauben, die auf Essensreste spekulieren. Zwar gibt es innerhalb der Stadt keine Verbotsschilder, einen guten Grund, Tauben besser nicht zu füttern, gibt es dennoch.

Ist Taubenfüttern in Mainz wirklich verboten?

Tauben sind in ganz Mainz zu finden. Insbesondere an öffentlichen Plätzen, wo häufig Krümel und Speisereste herunterfallen, lauern die Vögel. Manche Menschen lassen absichtlich etwas fallen oder füttern Tauben sogar an. Am Mainzer Hauptbahnhof tummeln sich die Tiere deshalb und warten auf Futter. In einem Snip fragte sich ein Leser nun, warum es dort keine Verbotsschilder gibt, da es sich beim Füttern von Tauben doch um eine Ordnungswidrigkeit handlen würde.

Fütterungsverbot im gesamten Stadtgebiet

Und in der Tat hat der Leser Recht. Das Füttern von Tauben ist im ganzen Stadtgebiet „nach der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Mainz“ verboten, wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr sagt. „Es wäre daher widersinnig, an einzelnen Stellen Verbotsschilder aufzustellen.“ Dies betrifft auch den Bereich um das Gebäude des Mainzer Hauptbahnhofs. Für die Tauben innerhalb des Mainzer Hauptbahnhofs sei nach Aussage des Stadtsprechers die Deutsche Bahn zuständig.

Wer Tauben im Mainzer Stadtgebiet füttert, muss mit einer Strafe rechnen. Das Strafmaß hierfür ist in einem Ermessensspielraum definiert und kostet bei mehrfachem Verstoß mehr (wir berichteten). Der Grund für diese Strafe liegt darin, dass ein unkontrolliertes Füttern von Tauben die Population stark anwachsen lässt. Eine zu große Populationsdichte schadet den Vögeln selbst und erhöht das Risiko von Krankheiten.

Tauben füttern verschlimmert die Situation anstatt sie zu verbessern, wie Merkurist-Leser Prinz Bibi anmerkt. Wie Stadtsprecher Peterhanwahr sagt, gebe es allerdings Menschen, die das Verbot kennen, es aber gezielt ignorieren. Der Grund liege darin, dass viele Taubenliebhaber der Meinung seien, die Tiere würden sonst verhungern. „Experten widersprechen dem und warnen davor, Tauben anzufüttern“, so Peterhanwahr.

Eiertausch zur Eindämmung der Population

In der Vergangenheit wurden Tauben auch Opfer von Tierquälern (wir berichteten) sowie verstreutem Taubengift am Mainzer Hauptbahnhof (wir berichteten). Wer verletzte oder abgemagerte Tauben findet, kann sich an die Stadttaubenhilfe Mainz e.V. wenden. Diese setzt sich ehrenamtlich für die Tiere ein, um das Leben der Tauben nachhaltig zu verbessern, wie es auf der Internetseite heißt. Darüber hinaus engagiert sich der Verein für die Errichtung betreuter Taubenschläge, in denen die Tiere kontrolliert gefüttert und medizinisch versorgt werden können.

Zudem gibt es in Taubenschlägen die Möglichkeit zum Eiertausch, welcher laut der Stadttaubenhilfe „die einzige tierschutzkonforme Möglichkeit ist, die Taubenbestände langfristig zu reduzieren“. Beim Eiertausch werden die richtigen Taubeneier durch Attrapen aus Gips ausgetauscht, um die Population einzudämmen.

Dieses Vorgehen sei notwendig, da Tauben bereits nach sechs Monaten geschlechtsreif sind und ganzjährig bis zu neun Mal im Jahr brüten. Hierbei legen Tauben immer je zwei Eier, so die Stadttaubenhilfe. „Ohne Eieraustausch zur Bestandskontrolle vermehren Stadttauben sich sehr stark, und alle weiteren Nachkommen sind dazu verdammt, sich diesen unwegsamen Begebenheiten zu stellen.“ Deshalb sei es umso wichtiger, den Stadttauben kein Futter zu geben. Dadurch würde sich die Population auf lange Sicht nur vergrößern und die Umstände für das Tierwohl erschweren. (pk/mm)

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