Wie der TSV Schott Mainz durch die Corona-Krise kam

Für viele Vereine war die Corona-Krise ein schwerer Einschnitt. Davon berichten auch die Verantwortlichen des TSV Schott Mainz. Der Breitensport-Verein hat die Krise gemeistert und will nun in vielerlei Hinsicht angreifen.

Wie der TSV Schott Mainz durch die Corona-Krise kam

Zuletzt war es die Fußballabteilung des TSV Schott Mainz, die in der Stadt für Schlagzeilen sorgte. Während die Männermannschaft des TSV den Verbandspokal gewann und erstmals in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal erreichte, wurde Anfang April bekannt, dass die Frauenfußballabteilung mit dem 1. FSV Mainz 05 kooperieren wird (wir berichteten). Doch der TSV Schott hat noch wesentlich mehr als Fußball zu bieten. 30 Sportarten in 14 Abteilungen gibt es im Verein. Vor Beginn der Corona-Krise zählte der TSV Schott ganze 4100 Mitglieder – im Verhältnis zu anderen Mainzer Sportvereinen eine gigantische Zahl. Außer Fußball gehören beispielsweise auch Handball, Hockey, Leichtathletik – aber auch American Football zu den Sportangeboten des Vereins.

Marco Senftleben und Christian Hessel leben den TSV Schott nicht nur seit Jahren, sie leben auch vom TSV Schott: schließlich sind beide beim Verein angestellt. Hessel, der früher in der Leichtathletikabteilung aktiv war, ist nun im Management des Vereins tätig. Senftleben ist Spieler der Herren-Fußballer, er leitet hauptamtlich die Fitness- und Gesundheitsabteilung und kümmert sich zusätzlich um den Servicebereich des Clubs. „Unser Verein ist sehr familiär“, sagt Marco Senftleben im Gespräch mit Merkurist. Bestes Beispiel ist die Familie Senftleben selbst: Während Senftlebens Vater Zeugwart bei den Fußball-Herren ist, kümmert sich seine Mutter um den Fanshop des TSV.

Förderung von Kindern, Jugendlichen und Senioren

Anfang der 2000er-Jahre haben sie sich beim TSV Schott dazu entschieden, Kinder und Jugendliche in verschiedensten Sportarten verstärkt zu fördern. Der Breitensport spielt beim TSV eine wichtige Rolle. Erfolgreich und ambitioniert sollen die Schott-Sportler sein, aber jungen Menschen etwa mit einem Feriencamp Bewegung und Sport näherzubringen, das zähle in ihrem Verein eben auch, berichten Hessel und Senftleben.

Nun, da die gelockerten Corona-Regeln seit einigen Monaten wieder mehr Nähe zulassen, will man sich beim TSV auch verstärkt Senioren widmen. „Wir haben uns seit Januar noch einmal mehr auf Seniorensport spezialisiert“, sagt Marco Senftleben. Zentraler Punkt ist die sogenannte Seniorensportakademie. Ältere Menschen treffen sich zu gemeinsamen Wanderungen, Gymnastikstunden oder zum Kegeln. Gedächtnistraining könne dann dazu beitragen, dass die älteren Mitglieder auch fit im Kopf bleiben. „Es geht darum, dass die Menschen aktiv bleiben, aber auch gemeinsame Erlebnisse in der Gruppe haben“, sagt Senftleben.

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen

Einfacher ist es für den TSV Schott Mainz in den vergangenen Jahren nicht geworden. Zwischen 2014 und 2020 fuhr das Mainzer Glasunternehmen Schott seine finanziellen Zuschüsse für den Verein immer weiter zurück. Seit zwei Jahren sind es jährlich noch knapp 500.000 Euro, die der TSV erhält. Zwar konnte der Verein nach dem Rückgang der Schott-Gelder vermehrt auf externe Sponsoren setzen, doch die Finanzierung eines so großen Vereins mit vielen Sportanalagen koste eben auch eine Menge Geld, erklärt Christian Hessel. Da war die Corona-Krise und der damit verbundene Rückgang der Mitgliederzahlen (und derer Beiträge) nicht gerade hilfreich.

Während die Solidarität zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 noch groß gewesen sei, kehrte 2021 auch beim TSV der graue Pandemie-Alltag ein und Mitglieder verabschiedeten sich. Inzwischen sei die Zahl jedoch wieder steigend, sagen Senftleben und Hessel. Rund 3600 Mitglieder zähle der TSV nun wieder und besonders die Kindersportakademie des Vereins vermeldet sogar neue Rekordzahlen: knapp 450 Kinder sind dort derzeit aktiv.

Besonders hart getroffen von der Pandemie und ihren Folgen wurden die Hallensportarten wie Handball oder Hockey beim TSV. Während Sport im Freien zu vielen Zeiten der Corona-Krise unter Auflagen möglich war, sah das beim Hallensport streckenweise anders aus. „Die einzelnen Abteilungen waren während der Lockdowns sehr kreativ und haben, wo es möglich war, zum Beispiel Onlinetrainings veranstaltet oder das Vereinsleben digital am Leben erhalten“, berichten Hessel und Senftleben. Dennoch sei man froh, dass sich die Trainingssituationen in den meisten Fällen wieder normalisiert hätten.

Gerade jetzt zeige sich, wie wichtig es für Vereinsmitglieder ist, wieder die Gemeinschaft des TSV Schott zu leben, berichten Hessel und Senftleben. „Wir freuen uns sehr, wenn unsere Abteilungen sich unterstützen und auch mal gegenseitig anfeuern“, sagt Senftleben.

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