Kölsch trinken, bis der Deckel aufs Glas kommt: Eine neue Bar bringt ab Oktober kölsche Brauhauskultur in die Mainzer Altstadt. Die „Früh Kölsch Bar“ eröffnet in den Räumen, in denen sich zuletzt das „Immer wieder“ und das „Zum Bangert“ befanden, zuvor jahrelang das „Viva Moguntia“.
Hinter dem Konzept steckt ein Familienunternehmen aus Koblenz, das bereits mehrere Lokale in der Nachtgastronomie betreibt. Die Idee, eine Kölsch-Bar in Mainz zu eröffnen, kam von der Früh-Brauerei selbst. „Die Lage war sehr interessant, weil dieser typische Brauhausstil sehr gut in die Altstadt passt“, erzählt Inhaber Marius Rech. Die offene und lustige Art der Mainzer passe zudem gut zur rheinländischen Mentalität.
Obwohl es sich um eine „Stehbier-Bar“ handelt, wird es auch über 100 Sitzplätze geben. Das Konzept soll eine lockere und kommunikative Atmosphäre fördern. „Locker, lustig, lecker, einfach Kölsch“, beschreibt Rech die Idee. Man möchte ein Ort für alle und zu verschiedenen Tageszeiten sein. Im Hintergrund soll Musik aus den 70er-, 80er- und 90er-Jahren laufen, in die immer wieder „kölsche Töne“ einfließen.
Kölsche Regeln und Mainzer Spezialitäten
Um ein authentisches Gefühl zu vermitteln, werden einige kölsche Traditionen eingeführt. So gilt das „Kölsche Gesetz“: Wer sein Glas nicht mit dem Bierdeckel abdeckt, bekommt automatisch ein neues Kölsch serviert. Gezapft wird traditionell aus dem Stichfass aus Holz, was mit einer Schiffsglocke angekündigt wird. Für Gruppen gibt es „Pittermännchen“, 10-Liter-Fässer zum Selberzapfen am Tisch. Eine weitere Besonderheit: Die Schalen der kostenlos gereichten Erdnüsse sollen die Gäste einfach auf den Boden werfen.
Eine komplette Speisekarte wird es nicht geben, dafür aber kleine, passende Snacks. Außer Mettbrötchen und Pfefferbeißern von der Mainzer Metzgerei Frankenberger wird es als Verbindung zu Mainz auch Handkäs mit Musik geben. Die Getränkekarte konzentriert sich auf Früh Kölsch, bietet aber auch Weizenbier, regionale Weine, Aperitifs, Longdrinks, Kaffee und weitere alkoholfreie Getränke an.
Fußball, Umbau und ein erfahrener Wirt
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Fußball. Alle Spiele der Bundesliga, 2. Bundesliga sowie der Champions und Europa League werden auf mehreren Fernsehern und einer drei Meter großen Leinwand gezeigt. Auch im separaten Raucherbereich können die Spiele verfolgt werden. Über eine eigene Webseite können Tische für die Spieltage reserviert und sogar schon Getränke vorbestellt werden.
Für das neue Konzept werden die Räume derzeit komplett umgebaut. Alles bis auf den Boden wird erneuert, inklusive einer neuen Lüftungsanlage. Das Design orientiert sich an einem originalen Brauhaus-Stil mit viel Holzvertäfelung, indirekter Beleuchtung und Spiegeln, die die Räume größer wirken lassen. Als Wirt und Gesicht des Ladens wurde Klaus Groß gewonnen, ein 55-jähriger Gastronom aus der Region mit langjähriger Erfahrung, unter anderem im Augustiner-Wirtshaus in München und auf dem Oktoberfest.
Pläne für Fastnacht und Sommer
An Fastnacht soll vor der Tür eine mobile Theke aufgebaut werden, um die Feiernden zu versorgen. Für den kommenden Sommer ist eine Außengastronomie mit kleinen Olivenbäumen und den typischen Früh-Tonnen als Stehtische geplant.
Eröffnet werden soll Mitte Oktober, ein genaues Datum steht noch nicht fest. Die Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags von 16 bis 1 Uhr, freitags bis 2 Uhr. An den Wochenenden öffnet die Bar wegen der Fußballübertragungen bereits um 12 Uhr. Montag ist Ruhetag.