Nach Brand in Finthen: 30 Wohnungen ohne Strom

Vor etwa drei Wochen brannte in Finthen ein Keller. Von den Auswirkungen sind einige Bewohner noch bis heute betroffen, denn sie haben noch immer keinen Strom. Mit einem von ihnen haben wir über die aktuelle Situation gesprochen.

Nach Brand in Finthen: 30 Wohnungen ohne Strom

Am 16. September brannte es in der Nacht im Keller des Nelkenweg 1 (wir berichteten). In 30 Wohnungen konnte die Stromversorgung bis heute noch nicht wieder hergestellt werden. Für die Bewohner ist das keine leichte Situation - seit drei Wochen scheint nichts zu passieren. So auch in der Wohnung von Michael*. Er selbst war in der Nacht des Brandes nicht im Haus und hat erst später davon erfahren. Wie es ihm und den anderen Bewohnern gerade geht, hat er uns erzählt.

Rückblick

„Seit dem Brand ist der Teil des Hauses nicht bewohnbar. Es ist zu dunkel und ohne Strom ist ein Alltag in unserer Wohnung nicht machbar“, erzählt er. Zwar konnten bei dem Brand die Bewohner von den Einsatzkräften der Feuerwehr unversehrt aus dem Haus gerettet werden, dennoch entstand dabei ein Schaden, der sich auch heute noch auf das Leben der Mieter auswirkt: Wie die Hausverwaltung „Immerheiser“ in einer Pressemitteilung schreibt, sind für die Stromversorgung wichtige Kabel durch die Hitze beschädigt worden. Das führe dazu, dass eine Stromversorgung für die 30 Wohnungen im Nelkenweg 1 gerade nicht möglich sei.

Probleme für die Bewohner

Für die Bewohner ist das ein Problem. „Wir sind nach dem Brand bei Freunden untergekommen. Auf Dauer ist das aber kein Zustand“, erklärt Michael gegenüber Merkurist. Jeden Tag informieren er und weitere Bewohner sich bei der Hausverwaltung über den neuesten Stand. „Wir haben immer wieder nachgefragt. Die Hausverwaltung sagt, dass es an der Versicherung liegt.“ Die Hausverwaltung schrieb in einer Pressemitteilung zum Brand: „Für die Beseitigung der Schäden sind umfangreiche bauliche Maßnahmen notwendig. Die Arbeiten werden derzeit geplant und durch die Versicherung koordiniert.“

Das Gebäude ist bei der „Allianz Versicherung“ versichert. Deren Sprecher gegenüber Merkurist: „In den Wohnungen der Hausnummer 1 ist bislang noch keine Behebung erfolgt, da diese komplett neu verkabelt werden müssen. Zwischenzeitlich haben wir ebenfalls eine Fachfirma beauftragt, um eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Elektrik zu gewährleisten.“ Zuvor hatte der durch die Hausverwaltung beauftragte Elektriker einen Teil der Elektrik instand gesetzt. 56 der 86 betroffenen Wohnungen konnten deshalb schon wieder ans Stromnetz angeschlossen werden.

Wie geht es weiter?

Seit dem Brand sind fast alle Bewohner ausgezogen. „Nur ein paar mussten bleiben. Sie haben hier keine Freunde und Verwandte, bei denen sie unterkommen können. Sie sitzen ohne Strom und WLAN in ihren Wohnungen“, erzählt Michael. Auch der Brandgeruch ist laut dem Anwohner immer noch wahrnehmbar. Durch das Lüften, so sagt er, sei es aber in den vergangenen Wochen schon besser geworden.

Wie lange die Wohnungen nicht bewohnbar sein werden, kann die Hausverwaltung nicht sagen. Seit dem 26. September seien in Abstimmung mit der zuständigen Gebäudeversicherung verschiedene Dienstleister vor Ort, um die Arbeiten zu planen und abzustimmen, heißt es in der Erklärung. Die Bewohner und Eigentümer der Wohnanlage werden über die jeweilige Entwicklung informiert.

Auch der Sprecher der Allianz teilt mit, dass aufgrund der Komplexität der Schäden aktuell noch keine Angabe zum Zeitpunkt der Fertigstellung gemacht werden könne. Wie lange sie nicht in ihren Wohnungen wohnen können, bleibt deshalb weiterhin offen: „Wir hoffen, dass wir bald in die Wohnung zurückkönnen. Bei Freunden können wir auf Dauer nicht bleiben“, sagt Michael. (df)

*Name geändert

Logo