Wie geht es mit dem „Crazy“ weiter?

Eigentlich sollte das Bordell „Crazy“ wegen fehlender Betriebserlaubnis schon Anfang des Jahres schließen. Mittlerweile gibt es einen Aufschub – doch wann ist endgültig Schluss?

Wie geht es mit dem „Crazy“ weiter?

Erst sollten sie wieder öffnen, dann doch nicht – Anfang Juni gab es Verwirrung um die Öffnung von Bordellen in Rheinland-Pfalz. Schließlich lautete die Entscheidung der Landesregierung: Bordelle bleiben geschlossen (wir berichteten). Der Grund: Ordnungsämter könnten die vorgesehenen Hygiene-, Vorsichts- und Reinigungsvorgaben in Bordellen nicht gleichermaßen kontrollieren wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen. Zudem habe man eine „Verlagerung von Sexualdienstleistungen nach Rheinland-Pfalz“ befürchtet.

Damit bleibt auch das Bordell „Crazy“ am Mainzer Hauptbahnhof geschlossen. Doch viele fragen sich: Wird es überhaupt noch einmal öffnen? Schließlich kam im Januar heraus, dass das „Crazy“ keine Betriebserlaubnis habe (wir berichteten). Das Ordnungsamt schickte dem aktuellen Betreiber im Dezember 2019 eine Schließungsverfügung mit Sofortvollzug. Die Frist lief am 31. Januar ab. Die Gründe: Das Bordell liege im Sperrbezirk und widerspreche dem „öffentlichen Interesse“. Der Betreiber legte beim Verwaltungsgericht Widerspruch ein.

„Danach muss es endgültig schließen“

Wie die „Allgemeine Zeitung“ (AZ) berichtet, lief der Betrieb nach dem 31. Januar zunächst weiter. Das Ordnungsamt habe mit Verweis auf den Rechtsstreit zunächst auf weitere Maßnahmen verzichtet. Das Gericht habe dann einen außergerichtlichen Vergleich vorgeschlagen, der am 6. April geschlossen wurde. Die AZ schreibt: „Der Betreiber zog Eilantrag und Widerspruch zurück. Im Gegenzug duldet die Stadt, dass der Betrieb nach der coronabedingten Schließung bis zum 31. Dezember 2020 fortgeführt werden kann.“

Wie Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr auf Merkurist-Anfrage bestätigt, kann das „Crazy“ noch bis zum 31. Dezember betrieben werden. „Danach muss es endgültig schließen.“

Weitere Bordelle geschlossen

Laut AZ wurden Anfang Januar 2020 in Mainz noch insgesamt acht Bordelle betrieben. Von diesen mussten mittlerweile drei schließen. In einem Fall sei freiwillig auf die Genehmigung verzichtet worden, im anderen Fall sei der Antrag auf Genehmigung wegen Geschäftsaufgabe zurückgezogen worden. Ein weiteres Etablissement in der Mainzer Neustadt wurde von den Behörden geschlossen, weil es im Sperrbezirk lag. Welche Bordelle das genau waren, darf die Stadt nicht mitteilen: „Zu den geschlossenen Bordellen dürfen wir keinerlei Angaben machen.“ (mo)

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