Wie die Stadt zu einem Verbot von Feuerwerken steht

Gerade gab es mit den Mainzer Sommerlichtern wieder ein großes Feuerwerk in der Stadt. Viele fragen sich aber, ob das in Zeiten des Klimawandels noch haltbar ist. Das sagt die Stadt.

Wie die Stadt zu einem Verbot von Feuerwerken steht

Am vergangenen Wochenende sorgte das Feuerwerk der Mainzer Sommerlichter für viele Ah’s und Oh’s am Rheinufer. Doch es wurden auch Stimmen laut, die sich fragen, warum in Zeiten von Klimawandel überhaupt noch solche Feuerwerke erlaubt sind. So sagt auch Merkurist-Leser M. S.: „Das Feuerwerk bei den Sommerlichtern hat mehr als 30 Minuten gedauert. Der Klimawandel bedroht uns existenziell, deshalb braucht es Veränderungen! Feuerwerke einzuschränken, tut nicht weh und wäre ein sinnvoller und einfacher Schritt, die Umwelt zu schonen!“

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat sich mit diesem Thema befasst und fordert in 31 Städten ein Verbot oder eine Einschränkung der Silvesterböllerei von Privatpersonen. Auch Mainz ist darunter. Das Schreiben der DUH, das die Stadt diese Woche erreichte, werde derzeit geprüft, so Stadtsprecher Marc André Glöckner. Seitens der Stadtverwaltung gebe es bisher keine Bestrebungen, Silvesterfeuerwerke grundsätzlich zu beschränken oder zu verbieten. „Feuerwerke, die einmal jährlich am 31. Dezember stattfinden, sind eine weltweit gepflegte Tradition, an der wir nicht rütteln wollen. Silvestertraditionen, wie das Böllern, haben auch immer eine soziale und gesellschaftliche Komponente. In diesem speziellen Fall ein Verbot auszusprechen zu müssen, würde mit vielen Gewohnheiten und Traditionen brechen.“

Schon heute Verbotszonen für Feuerwerke

Es sei auch kaum nachvollziehbar, wenn am Samstag die Mainzer Sommerlichter stattfinden und man am Montag beschließe, Feuerwerke an Silvester zu verbieten, so Glöckner weiter. „Den Vorstoß der DUH verstehen wir als Anregung mit dem Ziel, die Luftqualität in den Städten weiter zu verbessern. Aber auf alles mit Verboten zu reagieren, halten wir für unangemessen und das tut unserer Gesellschaft am Ende auch nicht gut.“

Die Verbesserung der Luftqualität sei weiterhin ein wichtiges Anliegen der Stadt. „Wir haben in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen, die dazu geführt haben, dass sich die Luftqualität verbessert hat. Insbesondere beim Feinstaub halten wir die Grenzwerte ein.“ Der gesetzliche Grenzwert für die Feinstaub-Konzentration von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittelwert wird laut Stadtverwaltung in Mainz nicht überschritten. Seit 2012 liegt der Jahresmittelwert in der Stadt zwischen 23 und 24 Mikrogramm.

In Mainz dürfen außerdem nicht überall Feuerwerke gezündet werden. Zu den Verbotszonen gehört zum Beispiel die Altstadt, denn: „Das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen ist in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern grundsätzlich gemäß der Sprengstoffverordnung verboten“, so Glöckner.

Und die DUH ist auch nicht grundsätzlich gegen jedes Feuerwerk, wie sie auf ihrer Webseite schreibt: „Die DUH befürwortet ausdrücklich die Durchführung professionell und zentral organisierter, vor allem die Luftqualität nicht beeinträchtigender Silvester-Feuerwerke außerhalb der belasteten Innenstadtbereiche. Dort wo viele Menschen leben und die Grundbelastung bereits so hoch ist, dass lungengeschädigte Menschen und asthmakranke Kinder durch archaische Böllerei mit Schwarzpulver akute Atemprobleme bekommen, muss es aus Sicht der DUH ab diesem Winter klare Verbote geben.“ (mm)

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