Verkehrssünder aufgepasst - im Mainzer Umland wird geblitzt

Immer wieder wird in und um Mainz geblitzt. Insbesondere im Umland scheint es in letzter Zeit vermehrt Geschwindigkeitsmessungen zu geben. Doch was genau steckt dahinter?

Verkehrssünder aufgepasst - im Mainzer Umland wird geblitzt

Deutschlandweit geht es Temposündern regelmäßig an den Geldbeutel. Gerade in letzter Zeit scheint es im Mainzer Umland „extrem viele Blitzer“ zu geben. Das hat Merkurist-Leser Marc beobachtet. So habe er allein elf Radarfallen in Undenheim, zwischen Köngernheim und Hahnheim, in Selzen an der Grundschule, zwischen Nieder-Olm und Sörgenloch sowie an der B9 bei Laubenheim gesehen. Doch sind es mehr als sonst? Und wenn ja, warum wird gerade dort geblitzt?

Kontrolle an Bundesstraßen

„Auf der B9 bei Laubenheim, in der Höhe der Tankstelle, blitzt die Polizei Mainz. Wir suchen uns immer besonders gefährliche Stellen aus“, sagt Rinaldo Roberto, Pressesprecher der Polizei Mainz. Für Bundesstraßen sei die Polizei zuständig. An der B9 sei es üblich im Wechsel beide Straßenrichtungen zu kontrollieren. „Die Fahrer sollen langsamer fahren. Unser Anspruch ist, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Es geht uns nicht um Bußgelder“, sagt Roberto. Viele Autofahrer würden die lange Kurvenführung der B9 unterschätzen - sie habe ein hohes Gefahrenpotenzial. Daher kontrolliere die Polizei hier stichprobenartig.

Das Blitzen von „Zuschnellfahrern“ sei eine ganzjährig durchgeführte präventive Maßnahme. Diese werde mit einem mobilen Blitzer, einem ‘Enforcement Trailer’ der Firma Vitronic, vorgenommen. „Die Autofahrer sollen diese Trailer sehen und von sich aus langsamer fahren. Sie sind für Autofahrer sehr gut erkennbar“, so Roberto.

Eine Frage der Zuständigkeit

Über die genauen Standorte weiterer Blitzer wollte sich der Polizeisprecher nicht äußern. Was die Blitzeranlagen innerhalb der Ortschaften anbelangt, sei die Kreisverwaltung zuständig. Zudem könne jede Gemeinde eigene Messungen durchführen, so Roberto.

Doch diese Aussage kann Monja Seidel, Ortsbürgermeisterin von Selzen, nur zum Teil bestätigen: „Wir haben Geschwindigkeitsanzeigen an den Ortseingängen.“ Verkehrskontrollen könne die Kommune zwar beantragen, aber das weitere Vorgehen liege in den Händen der Verwaltungen. Schwerpunkte in Selzen seien die Land- und Kreisstraßen, an denen die Ortsgemeinden nicht selbst blitzen dürften. „Da bekommen wir Hilfe von der Kreisverwaltung. Innerorts wird die Gemeinde vom zuständigen Ordnungsamt und der Verbandsgemeindeverwaltung unterstützt“, sagt die Ortsbürgermeisterin.

Vor circa fünf Wochen hätten an den Ortseingängen Blitzeranlagen von der Kreisverwaltung gestanden. Diese seien mittlerweile wieder entfernt worden. „Momentan steht ein Blitzer an der Grundschule. Die Schule gehört zur Gemeinde Hahnheim. Da wurde bei 30 Kilometern pro Stunde geblitzt“, sagt Monja Seidel. Diese Kontrolle werde aufgrund der Sicherheit der Kinder, sporadisch durchgeführt.

Wird denn nun mehr geblitzt?

„An Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen, Tempo-30-Zonen sowie Ortsdurchfahrten wird das ganze Jahr über stichprobenartig geblitzt“, sagt Kilian Grau, Pressesprecher der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Die Polizei und die Verkehrsunfallkomission ermittelten anhand einer Unfallauswertung besondere Gefahrenstellen - dort würden Blitzeranlagen aufgestellt werden, so Grau. Zu den genauen Standorten der Blitzer möchte sich der Pressesprecher nicht äußern. Derzeit sei eine mobile Geschwindigkeitsmessanlage im Einsatz.

Laut der Anfang 2019 herausgegebenen Statistik der Kreisverwaltung, hat der Kreis Mainz-Bingen im Jahr 2018 insgesamt an knapp 500 Stellen gemessen. Über 366.000 Fahrzeuge wurden dabei kontrolliert. Verkehrsmessungen würden unabhängig von der Jahreszeit durchgeführt, bestätigt Polizeisprecher Rinaldo Roberto. Eine Verstärkung der Kontrollen liege nicht vor. Das bestätigt auch Kilian Grau, Pressesprecher der Kreisverwaltung Mainz-Bingen: „Weder das Personal, welches die Messungen durchführt noch die dazu nötige mobile technische Ausstattung wurden erhöht.“ (df)

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