Neue Orgeln im Mainzer Dom: So viel soll das Projekt kosten

Der Mainzer Dom bekommt eine neue Orgel - genau genommen sind es drei. Am Sonntag wurde nun das erste Instrument von Bischof Peter Kohlgraf eingeweiht. Was das Projekt letztendlich kosten soll.

Neue Orgeln im Mainzer Dom: So viel soll das Projekt kosten

Die Orgel hängt - an sechs Stahlseilen mit ihrem Gewicht von 20 Tonnen. Damit ist das erste Teilwerk über dem Windfang an der Marienkapelle abgeschlossen. „Dieser Standort spielt eine Schlüsselrolle für den Klang der neuen Orgel“, so Domorganist Professor Daniel Beckmann. Er sei besonders für die Unterstützung des Gemeindegesangs konzipiert, die Klänge seien vor allem im Langhaus gut zu hören.

„Eine einzige Orgel nicht zufriedenstellend“

Der erste Bauabschnitt habe insgesamt 1,5 Millionen Euro gekostet, teilt das Bistum Mainz mit. Gebaut hat die Orgel eine Firma aus dem schweizerischen Luzern. In einem Monat startet der zweite Bauabschnitt. Denn auch der Ostchor und der Westchor sollen neue Orgeln erhalten. „Wenn alles nach Plan verläuft, gehen wir davon aus, dass wir im Sommer nächsten Jahres mit dem ersten und dem zweiten Bauabschnitt fertig sein werden“, sagte Domdekan Heinz Heckwolf.

Eine einzige Orgel sei nicht zufriedenstellend, um den doppelchörigen, fünfschiffigen Martinsdoms zu beschallen, ist beim Dombauverein zu erfahren. Das sei bereits seit 1630 klar, als es nachweislich vier Orgeln an unterschiedlichen Stellen des Domes gab.

Wie hoch die Gesamtkosten der drei Teilabschnitte am Ende sein werden, darüber will das Bistum jedoch keine Angaben machen. Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) werde die Orgel im Ostchor voraussichtlich 2,8 Millionen Euro kosten, die im Westchor 1,5 Millionen. Somit würde das Projekt zusammen mit der Orgel in der Marienkapelle insgesamt 5,8 Millionen Euro kosten.

„Jahrhundertprojekt“

Der Orgelbau sei ein „Jahrhundertprojekt“, sagt Sabine Flegel, die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins. 1,1 Millionen habe der Verein bislang beigesteuert, Unterstützung kommt auch von der Stiftung Hoher Dom zu Mainz. Das Stiftungskapital belaufe sich laut Vorstands-Mitglied Hans-Günter Mann inzwischen auf rund 4,2 Millionen Euro. Über das Bischöfliche Domkapitel Mainz können zudem Pfeifenpatenschaften übernommen werden.

Der Einbau der neuen Domorgel sei logistisch sehr komplex, erklärt Julia Hoffmann von der Pressestelle des Bistums. „Einige Teile der derzeitigen Orgelanlage würden vorerst noch bestehen bleiben können, während andere Elemente schon nicht mehr funktionieren oder für den Einbau der neuen Orgel Platz machen müssen.“ Während der gesamten Einbauzeit der neuen Orgel soll zumindest ein Teil der alten Orgel von 1928 noch spielbar bleiben.

„Wir sind froh, dass wir eine neue Königin unter uns haben“, so Domdekan Heckwolf. Sie löse die „schöne alte Dame“ ab. Bischof Kohlgraf betont, dass diese Orgel kein Luxus sei, sondern notwendig, um dem Auftrag der Verkündigung nachzukommen. Sie diene dazu, die Gemeinde als Einheit zusammenzuführen.

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