Ostergottesdienste trotz Ausgangssperre: Bischof Kohlgraf wünscht sich „Toleranz“

Obwohl das öffentliche Leben in Mainz wegen hoher Inzidenzwerte über Ostern stark eingeschränkt wird, dürfen Ostergottesdienste stattfinden. Das Bistum sieht sich vorbereitet, und Bischof Kohlgraf zeigt sich dankbar – fordert aber auch Toleranz ein.

Ostergottesdienste trotz Ausgangssperre: Bischof Kohlgraf wünscht sich „Toleranz“

Ab Gründonnerstag müssen die Mainzer ihren Alltag erheblich einschränken. Von 21 bis 5 Uhr gilt dann täglich eine Ausgangssperre. Nur mit triftigem Grund darf man dann noch vor die Tür (wir berichteten). Eine der Ausnahmen: der Besuch eines Ostergottesdienstes. Denn die Gottesdienste dürfen in Mainz trotz Ausgangssperren und Kritik stattfinden.

Eine Sprecherin des Bistums Mainz erklärt auf Merkurist-Anfrage am Mittwoch: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Hinweise darauf, dass die Ostergottesdienste anders stattfinden werden als geplant.“ Und auch Bischof Peter Kohlgraf hat sich bereits in einer Stellungnahme zum Thema geäußert: „Ich bin froh und dankbar, dass wir in diesem Jahr Ostern in Gemeinschaft feiern dürfen - wenn auch mit der seit Monaten stark eingeschränkten Zahl an Gottesdienstbesuchern“, sagte er bereits in der vergangenen Woche. „Präsenzgottesdienste sind für viele Menschen Halt und Stütze in diesen Zeiten. Und die Kar- und Ostertage sind der wichtigste Festkreis für uns Christen.“

Kohlgraf wünscht sich Toleranz

Dass es Kritik an den Gottesdiensten gibt, kann Bischof Kohlgraf verstehen. „Mir ist es wichtig, an dieser Stelle auf die Realität unserer derzeitigen Gottesdienste hinzuweisen: Wer Bilder von großen, vollen Kirchen im Kopf hat, liegt falsch. Das ist schon seit Monaten nicht die Realität. Wir feiern in kleinen Gruppen, in großen Räumen, ohne Gemeindegesang, mit Masken, großem Abstand und Desinfektion“, erklärt er. Gleichzeitig wirbt Kohlgraf für Toleranz denjenigen gegenüber, die Ostergottesdienste besuchen wollen sowie aber auch für diejenigen, die Gottesdienste lieber digital verfolgen möchten.

„Vor allem scheint mir in dieser Debatte häufig eine Mäßigung und Abrüstung im Tonfall notwendig. Es gibt eben für beide Positionen Argumente. Am Ende muss jeder Einzelne eine eigene, verantwortungsvolle Entscheidung treffen“, so der Bischof. Als besonderes Digitalangebot plant das Bistum, die Gottesdienste an Gründonnerstag, Karfreitag, die Osternacht sowie den Gottesdienst am Ostersonntag aus dem Mainzer Dom live auf der eigenen Website zu streamen.

Generalvikar Bentz weist auf Gefahr hin

In einem siebenseitigen Schreiben, das Merkurist vorliegt, hatte Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz bereits am 26. März Dienstanweisungen an alle Mitarbeiter des Bistums Mainz verschickt. Darin ermuntert Bentz die Bistumsmitarbeiter zu Corona-Schnelltests und fordert zudem, verstärkt auf die Einhaltung der Hygieneregeln zu achten. Zudem hatte Bentz bereits Anfang März ein Schreiben mit Dienstanweisungen an die Pfarrer und Mitarbeiter der Seelsorge im Bistum erlassen. Darin heißt es unter anderem: „Die Kirche ist weiterhin verpflichtet, die Gesundheit aller Gottesdienstteilnehmer zu schützen. Deshalb werden alle gottesdienstlichen Versammlungen so gestaltet, dass die Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-Cov-2 maximal vermieden wird.“

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