Umzug für 500 Mitarbeiter: Pharmaunternehmen verlegt Sitz zum Kisselberg

Am Kisselberg entsteht aktuell die neue Deutschlandzentrale des dänischen Pharmaunternehmens Novo Nordisk. Deutschlandweit arbeiten im Unternehmen mehr als 500 Menschen.

Umzug für 500 Mitarbeiter: Pharmaunternehmen verlegt Sitz zum Kisselberg

Mainz als „aufstrebender Biotechnologiestandort“: Nach der Erfolgsgeschichte von Biontech wollen Stadt und Land, dass Mainz weiter in die Gesundheitsforschung und -produktion investiert. Am „Innovationspark Kisselberg“ wird der Traum von Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), Mainz zu einem führenden Biotech-Standort zu machen, ein Stück realer. Denn hier wird gerade die Deutschlandzentrale des Pharmaunternehmens Novo Nordisk neu gebaut.

Der Bau am Kisselberg sei „ein Bekenntnis für Mainz und Rheinland-Pfalz als einen attraktiven Standort“, verkündete Jesper W. Larsen, der Geschäftsführer von Novo Nordisk Deutschland, bei der symbolischen Grundsteinlegung am Dienstag. Seit 65 Jahren hat das dänische Unternehmen bereits seinen deutschen Hauptsitz in Mainz – erst am Römerwall, seit 1995 am Lerchenberg. Dort werde der Platz laut der Personalchefin Dr. Kristin Sattler jedoch allmählich zu klein, daher habe sich das Unternehmen nach einem neuen Standort umgesehen. Mehr als 500 Mitarbeiter sind derzeit in Deutschland bei Novo Nordisk beschäftigt, davon arbeitet die Hälfte fest am Firmensitz in Mainz. Künftig sollen es noch mehr werden. Auch die Nähe zum geplanten Biotechnologiestandort sowie zur Universität sei wichtig. Spezialisiert hat sich Novo Nordisk darauf, Behandlungen für Menschen mit Diabetes und anderen schwerwiegenden chronischen Erkrankungen zu entwickeln.

Nachhaltiger Bau

Der Bau soll hochmodern und ökologisch nachhaltig werden, „den skandinavischen Stil und die Arbeitsweise“ des dänischen Unternehmens widerspiegelt, so Larsen. So sei beispielsweise der Energiebedarf besonders gering und unabhängig von der Gasversorgung – etwa dank der Versorgung mit „Kalter Nahwärme“ und Photovoltaikanlagen auf dem Dach. „Bei Sonnenschein kann das Gebäude komplett autark betrieben werden“, so Tim Gemünden, Geschäftsführer der J. Molitor Immobilien GmbH. Verbaut werde zudem eine hocheffizienten Holzfaserdämmung, bei der große Mengen an CO2 eingelagert werden können, sowie ein Regenwasserrückhaltesystem und zunächst 20 E-Ladeboxen in der Tiefgarage, die allmählich erweitert werden könnten.

Der Umzug vom Lerchenberg nach Gonsenheim ist im August 2023 geplant, pünktlich zum 100-jährigen Firmenjubiläum. Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) freue sich, dass das Unternehmen in den „schönsten Mainzer Stadtteil“ ziehe, der rheinland-pfälzische Gesundheits- und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) darüber, dass in Mainz „neue Technologien erforscht“ werden. „Mainz ist nicht nur in der Forschung und bei Innovationen die Herzkammer für das Land, sondern auch wirtschaftlich“, so der Minister. „Unternehmen wie Novo Nordisk mit ihrem globalen Engagement hier im Land sind der Beweis dafür, dass Rheinland-Pfalz das Land der Biotechnologie ist“. Die Landesregierung wolle diese Kompetenzen weiter ausbauen und als Standort für Biotechnologie „zur Weltspitze aufschließen“. Man habe daher noch „ein paar gemeinsame Dinge vor“.

Logo