Corona-Impfstoff wird erstmals in Deutschland an Menschen getestet

Mainzer Unternehmen „Biontech“ beteiligt

Corona-Impfstoff wird erstmals in Deutschland an Menschen getestet

Das Paul-Ehrlich-Institut hat die erste klinische Studie in Deutschland zu einem Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Daran beteiligt ist das Mainzer Unternehmen „Biontech“, das den Impfstoffkandidaten entwickelt hat. Dabei kooperieren die Mainzer mit dem Pharma-Konzern Pfizer.

Wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel mitteilt, sei die Genehmigung das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des „potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoffkandidaten“. Die Erprobung am Menschen sei „ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für die Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus“.

Es handle sich um einen sogenannten RNA-Impfstoff, der die genetische Information für den Bau des sogenannten Spikeproteins des CoV-2 oder Teilen davon enthält. Im ersten Teil der klinischen Prüfung werden 200 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren mit jeweils einer von mehreren Impfstoffvarianten geimpft. Dabei werde überprüft, ob der Impfstoff verträglich ist und eine Immunantwort erfolgt. Nach einer Wartezeit werden im zweiten Teil weitere Probanden der gleichen Altersspanne geimpft. Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko oder mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung sollen im zweiten Teil der klinischen Prüfung eingeschlossen werden. „Dafür müssen vorab weitere Studiendaten eingereicht werden.“

„Weltweit ist dies erst die vierte genehmigte Prüfung am Menschen“, so das Paul-Ehrlich-Institut in einer Pressemitteilung. „Angesichts der schwerwiegenden Folgen der Pandemie ist dies ein bedeutender Schritt, um einen wirksamen und sicheren Impfstoff möglichst zeitnah in Deutschland zu entwickeln und möglichst weltweit verfügbar zu machen.“

Nach derzeitigem Erkenntnisstand geht das Institut davon aus, dass weitere klinische Prüfungen in Deutschland in den nächsten Monaten beginnen werden. „Für die Bekämpfung der Pandemie werden mehrere Impfstoffprodukte notwendig sein, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.“ (ms)

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