Ex-Mainz-Star Voronin: „Wäre ich in der Ukraine, hätte ich eine Waffe in der Hand“

Schwere Zeiten für den ehmaligen Mainz-Profi Andrey Voronin. Der Krieg in seiner Heimat macht dem Ukrainer stark zu schaffen. Seinen Trainerjob in Russland hat er gerade aufgegeben. Nun erzählt er über sein Seelenleben und was er von Putin hält.

Ex-Mainz-Star Voronin: „Wäre ich in der Ukraine, hätte ich eine Waffe in der Hand“

In der letzten Woche hatte Ex-Mainz 05-Star Andrey Voronin heftige Kritik am Angriff Russlands auf sein Heimatland Ukraine geübt (wir berichteten). Nun verließ Voronin, Co-Trainer von Sandro Schwarz bei Dynamo Moskau, im Gegensatz zum ehemaligen Mainz-Coach, der in Russland bleiben will, seine Wahlheimat in Richtung Deutschland. Wie er die dramatischen letzten Tage erlebt hat und was er von Wladimir Putin hält, erzählte er nun der „Bild“.

„Bilder aus der Heimat ein Horrorfilm“

Russland zu verlassen, war für Voronin aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine alternativlos. „Ich konnte nicht mehr in dem Land arbeiten, das meine Heimat bombardiert.“ Seine Familie und er seien noch mit einer Linien-Maschine vor der kompletten Sperrung aus Moskau herausgekommen. Ihm selbst gehe es inzwischen richtig schlecht. „Wenn ich all die Bilder aus meiner Heimat sehe, die Nachrichten sehe. Es ist alles so unwirklich wie ein Film. Aber ein Horror-Film. Ich habe kaum noch Worte“, erklärt Voronin in dem Interview.

Für die Anteilnahme der ganzen Welt am Leid seines Volks sei er dankbar. „Auch Leute in Russland stellen sich gegen Putin. Ich habe Nachrichten aus der ganzen Welt von ehemaligen Mitspielern, von anderen Sportlern. Von Russen auch, die mir schreiben: ,Es tut uns leid. Das sind nicht wir‘“, sagt Voronin gegenüber der „Bild“. Er und viele andere Ukrainer hätten Freunde in Russland. Und diese hätten ebenso Freunde und Verwandte in der Ukraine, sagt Voronin. „Und dann greifen die uns an, greift Putin mein Land an.“ Putin schade nicht nur der Ukraine, sondern auch dem russischen Volk.

In Gedanken und im Herzen sei er in der Ukraine. Alle fünf Minuten bekomme er Nachrichten aus der Heimat. Das sei schwer auszuhalten. Dann macht der Ex-Mainz 05-Stürmer gegenüber der „Bild“ noch einmal deutlich was er von Russlands Präsident hält: „Stoppt den Hu***sohn Putin, helft den Flüchtenden. Und schickt Waffen, damit wir uns verteidigen können. Wenn ich jetzt in der Ukraine wäre, hätte ich wohl auch eine Waffe in der Hand.“

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