So viele Verkehrsunfälle gab es 2021 in Mainz

Polizei Mainz veröffentlicht Verkehrsunfallbilanz

So viele Verkehrsunfälle gab es 2021 in Mainz

Genau 5149 Unfälle hat es 2021 im gesamten Stadtgebiet gegeben, das geht aus der Verkehrsunfallbilanz der Polizei Mainz hervor. Das bedeute einen „erneuten Rückgang“ (um 1,2 Prozent). Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor hatte es noch doppelt so viele Verkehrsunfälle gegeben.

Vor allem die Unfälle mit Schwerverletzten seien zurückgegangen: Gab es im Jahr 2020 noch 84 Unfälle mit schweren Verletzungen, waren es im vergangenen Jahr 64 (14,7 Prozent weniger). Bei 417 Unfällen habe es Leichtverletzte gegeben (minus 9,3 Prozent). Die häufigsten Unfallursachen waren ein zu geringer Abstand (bei fast 3000 Unfällen) sowie Fehler beim Abbiegen, beim Wenden oder Rückwärtsfahren (bei mehr als 950 Fällen). Oft waren die Fahrer abgelenkt, etwa, weil sie ihr Smartphone beim Fahren nutzten (fast 40). Bei über 60 Unfällen waren Beteiligte alkoholisiert, 15 standen unter Drogeneinfluss. Allein 20 Prozent der Unfälle wurden von sogenannten „Risikogruppen“ –junge Fahrer bis 25 Jahren und Senioren ab 65 Jahren – verursacht. Fast 1400 Menschen waren von der Unfallstelle geflüchtet.

Die Unfallzahlen sind nicht nur im Stadtgebiet Mainz, sondern im gesamten Dienstgebiet des Polizeipräsidiums (PP) Mainz zurückgegangen (um ein Prozent auf 20.776). Zum Dienstgebiet zählen die Stadt Worms sowie die Landkreise Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Bad Kreuznach. Demnach seien hier die Zahlen trotz des wieder gestiegenen Verkehrsaufkommens auf dem niedrigsten Stand seit 2012. 18 Menschen sind insgesamt gestorben und damit fünf mehr als 2020. Unfälle mit Kindern seien auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Wie Reiner Hamm Polizeipräsident des PP Mainz sagt, haben im vergangenen Jahr die Schwerpunkte der Kontrollen an Schulen sowie insgesamt bei der Sicherheit für Kinder und beim Radverkehr gelegen.

Weniger Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahrern

Überraschend in Mainz ist die geringe Unfallzahl mit E-Scootern: Obwohl es inzwischen 1200 Leih-E-Scooter gibt, habe es nur 27 Unfällen gegeben, lediglich sieben mehr als im Vorjahr. 19 Menschen wurden insgesamt verletzt. Bei sechs Unfällen waren nur die Fahrer beteiligt, bei 19 waren sie selbst die Unfallverursacher, vier von ihnen hatten vorher Alkohol getrunken.

Fußgänger waren in 81 Fällen an Unfällen beteiligt, und damit vier weniger als noch 2020. Bei 30 Fällen waren die Fußgänger selbst die Unfallursache, 50 mal waren es Autofahrer, achtmal Radfahrer. Zwei Fußgänger verstarben bei einem Unfall: Einer war Fahrgast und in einen Linienbus gestürzt, ein anderer war mit einem Tretroller unterwegs und in der Schillerstraße mit einem Linienbus kollidiert (wir berichteten). Die Ermittlungen hierzu sind bis heute nicht abgeschlossen.

Obwohl mehr Radfahrer in der Stadt unterwegs sind, sind die Unfallzahlen auch hier zurückgegangen: Um 13 Prozent auf insgesamt 260. Das sei der niedrigste Stand seit dem Jahr 2008. Jedoch werden Radfahrer bei Unfällen häufig verletzt: 166 leicht und 23 schwer. Bei einem Unfall mit einer Straßenbahn starb ein Radfahrer. In den meisten Fällen (104) waren Pkw-Fahrer am Unfall Schuld, bei vier waren es Lieferwagen, bei 95 die Radfahrer selbst. Bei 36 Unfällen waren nur die Radfahrer beteiligt.

Die Polizei selbst ist inzwischen mit Radstreifen unterwegs. Seit etwa zwei Jahren testet sie den Einsatz von Pedelecs. 2021 waren die Radstreifen bei 1100 Fällen im Einsatz und haben insgesamt 14.000 Kilometer zurückgelegt. Sie kontrollierten 1600 Auto- und Radfahrer und ahndeten über 1000 Ordnungswidrigkeiten. Schwerpunkt der Radstreifen sei die Radfahr- und Fußgängersicherheit: Die Beamten überwachen demnach zum Beispiel die Fußgängerzonen sowie das Parken auf Radfahrstreifen und Gehwegen.

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