Corona-Krise: Wie könnte es in den nächsten Monaten weitergehen?

Kontaktbeschränkungen, „Lockdown“ und Maskenpflicht: Diese Wörter spielen seit mehr als drei Monaten in Deutschland eine große Rolle. Nun zieht die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin ein erstes Fazit und gibt einen Ausblick.

Corona-Krise: Wie könnte es in den nächsten Monaten weitergehen?

Mehr als drei Monate ist es her, dass die ersten Corona-Beschränkungen beschlossen wurden. Seitdem hat sich einiges getan: Bei dem von der Landesregierung entwickelten Stufenplan ist mittlerweile die dritte und damit letzte Stufe erreicht. Bereiche, die in der Hoch-Zeit der Corona-Pandemie nicht öffnen durften, wurden schrittweise zurückgeholt.

„Zuversichtlich nach vorne schauen“

Die ersten Maßnahmen in Rheinland-Pfalz begannen mit der Schließung der Schulen und Kindergärten am 16. März. Nur wenige Tage später, am 22. März, folgte der „Lockdown“. Für fast einen Monat stand das öffentliche Leben fast still. Nur wichtige Geschäfte wie Lebensmittelmärkte und Apotheken durften öffnen, Kontakte sollten auf ein absolutes Minimum beschränkt sein. Erst einen Monat später, am 20. April, konnten erste Geschäfte wieder öffnen (wir berichteten).

Seitdem kamen immer mehr Lockerungen hinzu, die verschiedenen Stufen des Stufenplans wurden von der Landesregierung umgesetzt (wir berichteten). Seit Ende April gilt zudem eine Maskenpflicht in einigen öffentlichen Bereichen, beim Einkaufen, im ÖPNV. Ob diese bald abgeschafft werden könnte, ist nicht klar.

„Regieren in Zeiten von Corona hat sich angefühlt wie Politik im Zeitraffer.“ - Malu Dreyer

Doch was sagt die Ministerpräsidentin zu den vergangenen Monaten? „So schnell wie der Anstieg der Infektionsrate damals war, so schnell war auch das Tempo unserer politischen Maßnahmen. Regieren in Zeiten von Corona hat sich angefühlt wie Politik im Zeitraffer,“ sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie zog gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken ein positives Fazit: „Rheinland-Pfalz kann trotz vieler Einschränkungen und wirtschaftlicher Einbußen durch die Corona-Pandemie zuversichtlich nach vorne schauen.“

Wie geht es weiter?

Wenn die Infektionszahlen weiter sinken, seien weitere Lockerungen möglich. Die sinkenden Zahlen haben schon in den vergangenen Wochen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen ermöglicht. So sind seit Mittwoch, 24. Juni, Veranstaltungen im Innenbereich mit bis zu 150 Personen und im Außenbereich mit bis zu 350 Personen erlaubt. Private, geschlossene Gesellschaften mit bis zu 75 Personen dürfen auch ohne strenge Abstandsregeln zusammen feiern (wir berichteten). Und die Maskenpflicht wurde in der Außengastronomie gelockert: Sie gilt hier nur noch bei der Abholung von Speisen und Getränken an Theken, nicht mehr auf dem Weg zum Sitzplatz. Im Innenbereich müssen sie weiterhin getragen werden.

„Ganz zentral ist für uns in Rheinland-Pfalz die Entlastung unserer Kommunen. Sie sind die wichtigsten Auftraggeber für öffentliche Investitionen“, so Dreyer. Das Konjunkturpaket des Bundes ergänze den 700-Millionen-Euro-Schutzschirm des Landes für die rheinland-pfälzischen Kommunen wirkungsvoll. Auch der private Konsum in Rheinland-Pfalz werde durch das Konjunkturpaket mit mehr als 1,2 Milliarden Euro angeschoben: zum einen durch die Absenkung der Umsatzsteuer und zum anderen durch den Kinderbonus von 300 Euro pro Kind.

Weiterhin Vorsicht geboten

Damit es gut weitergehen kann, die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt, ruft die Landesregierung die Menschen in Rheinland-Pfalz auf, weiterhin achtsam zu sein. In den vergangenen Tagen habe die WHO einen Rekordanstieg bei den weltweiten Coronavirus-Fällen gemeldet. Das Virus sei nicht weg, auch wenn in Rheinland-Pfalz die Zahlen weiter sinken, so die Landesregierung.

„Wir brauchen weiterhin die Masken, wir brauchen weiterhin Abstand. Wir wollen nach den Sommerferien nicht erleben, was Deutschland nach den Winterferien heimgesucht hat“, erklärt Dreyer. Sie sagt weiter: „Wir haben in Rheinland-Pfalz ganz viel erreicht – das dürfen wir nicht verspielen. Wir müssen eine zweite Welle unbedingt verhindern! ‚Ich schütze dich – du schützt mich‘ bleibt unser Motto – auch über den Sommer.“ (df)

Logo