Trotz Krise: Bistum Mainz macht Multi-Millionen Euro Gewinn

Das Bistum Mainz hat 2025 einen Überschuss von etlichen Millionen Euro erzielt. Grund ist ein Sondereffekt. Dennoch rechnet das Bistum mit finanziell schwierigen Jahren und plant Einsparungen.

Trotz Krise: Bistum Mainz macht Multi-Millionen Euro Gewinn

Das Bistum Mainz hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 87 Millionen Euro abgeschlossen. Das gab das Bistum nun nach der Sitzung des Kirchensteuerrates bekannt. Im Vorjahr lag der Überschuss noch bei 23 Millionen Euro.

Der wesentliche Grund für das hohe Ergebnis ist laut Diözesan-Ökonom Carsten Erdt ein einmaliger Sondereffekt: die Auflösung von Pensions- und Beihilferückstellungen in Höhe von 61,5 Millionen Euro. Durch eine Neuregelung bei der Finanzierung von Privatschulen übernimmt das Land künftig einen größeren Anteil der Pensionslasten für verbeamtete Lehrkräfte. „Wir reduzieren damit ein Risiko, das seit Jahrzehnten Teil unserer Bilanz ist, und führen es unserer Rücklage zu. So sichern wir kirchliches Leben auch für die kommenden Generationen“, sagte Erdt. Der erzielte Überschuss wurde mit rund 85 Millionen Euro zum größten Teil den Rücklagen des Bistums zugeführt.

Trotzdem wird mit sinkenden Einnahmen gerechnet

Die Haupteinnahmequelle des Bistums bleiben die Kirchensteuern, die 2025 bei 224,7 Millionen Euro lagen (2024: 224,1 Millionen Euro). Die leichte Erhöhung sei auf gestiegene Kirchensteuern auf Kapitalerträge zurückzuführen, decke aber nicht die Kostensteigerungen, etwa durch Tariferhöhungen.

Langfristig rechnet Erdt jedoch mit einem Rückgang des Kirchensteueraufkommens. Grund dafür seien der demografische Wandel und Kirchenaustritte. „Eine Abkehr von diesem Trend zeichnet sich derzeit nicht ab. Es ist zu erwarten, dass die damit verbundene Abnahme der Kirchensteuerzahler zu sinkenden oder bestenfalls stagnierenden Kirchensteuereinnahmen führen wird“, betonte Erdt. Für 2026 rechnet die Finanzverwaltung zwar mit leicht steigenden Einnahmen von 225,7 Millionen Euro, dennoch bleibe es eine Herausforderung, Preissteigerungen durch Einsparungen auszugleichen.

Bistum plant weitere Sparmaßnahmen

Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Stephanie Rieth, betont, dass die Kirchensteuern als „Rückgrat unserer Finanzen“ zurückgingen. Der Sondereffekt ermögliche es nun, Vorsorge zu treffen. „Gerade mit Blick auf unsere Gebäude ist es für einen verantwortungsvollen Umgang unerlässlich, Rücklagen für die Zukunft aufzubauen.“

Für die mittelfristige Finanzplanung der kommenden zehn Jahre sei eine Konsolidierung notwendig. Dies solle durch inhaltliche Schwerpunkte, eine Reduktion von Leistungen, die Abgabe von Gebäuden und die Senkung von Fixkosten geschehen. Rieth wies zudem darauf hin, dass es durch das hohe Durchschnittsalter der Belegschaft in den kommenden Jahren zu einem natürlichen Abbau der Personalkosten kommen werde.