Handwerkskammer warnt vor existenzbedrohenden Zuständen

Die steigenden Energiekosten stellen vor allem Handwerksbetriebe vor große Herausforderungen.

Handwerkskammer warnt vor existenzbedrohenden Zuständen

Die ersten Betriebe in Rheinhessen kommen wegen der steigenden Energiepreise in Existenznöte. Das meldet die Handwerkskammer (HWK) Rheinhessen. Zusätzlich würden die undurchsichtigen künftigen Entwicklungen der Versorgungsstruktur den Unternehmern „das Leben schwer machen“. Hinzu kämen die steigenden Anforderungen von politischer Seite.

Besonders betroffen seien demnach vor allem solche Berufe, die besonders viel Energie für ihre Arbeit verbrauchen, also etwa das Metallhandwerk, aber auch Metzger und Bäcker. „Diese benötigen elektrische und thermische Energie über den gewöhnlichen Standard hinaus, da hiervon die Produktion abhängig ist“, erklärt Sebastian Luber, Technologie- und Innovationsberater bei der HWK, gegenüber Merkurist.

Prinzipiell hätten alle Handwerksbetriebe durch die steigenden Strom-, Gas, und Kraftstoffpreise große Probleme bekommen – sowohl kleine als auch größere Betriebe. Während die größeren oftmals mit Steuererleichterungen rechnen können und über Ressourcen verfügen, um in energieeffiziente Maßnahmen zu investieren, könnte es für die kleineren langfristig existenzbedrohend werden: „Sie haben häufig nicht den Puffer und die Struktur, um solche Entwicklungen über einen langen Zeitraum zu tragen, so Luber.

HWK empfiehlt langfristiges Konzept

Gleichzeitig kritisiert er aber auch die fehlende Bereitschaft, etwas zu ändern, bevor „es wirklich Not tut“. Er empfiehlt allen Unternehmensinhabern, sich so schnell wie möglich mit der Thematik zu befassen, Einsparpotentiale im Betrieb zu identifizieren und ein langfristiges Konzept zurechtzulegen, „das Versorgungssicherheit garantieren kann und um für die künftigen politischen Anforderungen gewappnet zu sein“. Dabei reiche es nicht, nur „an einzelnen Stellschrauben zu drehen“, sondern den ganzen Betrieb zu betrachten. „Energieberater und öffentliche Stellen bieten dazu Beratung an.“

„Für den Handwerksbetrieb ist es wichtig, Energie zu vertretbaren Preisen zu beziehen und sich auf die Versorgungssicherheit verlassen zu können“ - Sebastian Luber

Für die Zukunft der Betriebe sei aber letztendlich ausschlaggebend, welche Entscheidungen auf politischer Ebene getroffen würden. „Für den Handwerksbetrieb ist es wichtig, Energie zu vertretbaren Preisen zu beziehen und sich auf die Versorgungssicherheit verlassen zu können“, plädiert Luber. „Wenn sich nichts ändert, könnte sich ein ernst zu nehmender Wettbewerbsfaktor entwickeln.“

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