Städtische Managergehälter in Mainz

Wer bei den Beteiligungen wie viel verdient

Städtische Managergehälter in Mainz

Die Stadt Mainz hat ihren Beteiligungsbericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Bericht deutlich erweitert und informiert übersichtlich über das unternehmerische Engagement der Stadt. Bürgermeister und Beteiligungsdezernent Daniel Köbler betont: „Wir schaffen damit noch mehr Transparenz.“

Köbler erklärt: „Wir informieren die Bürger verständlich und umfassend über die wirtschaftlichen Aktivitäten und die strategische Ausrichtung der städtischen Unternehmen und Beteiligungen. Unser Ziel ist es, mit dem diesjährigen Bericht noch mehr Transparenz zu schaffen.“

Tatsächlich wurde der Bericht deutlich ausgeweitet: Zusätzlich zum Vorjahresbericht wurden zahlreiche mittelbare Unternehmensbeteiligungen ab einem Anteil von fünf Prozent aufgenommen. Dadurch hat sich der Umfang des Berichts nahezu verdoppelt.

Hohe Spitzengehälter

Die Chefs der stadtnahen Unternehmen verdienen teils deutlich über 200.000 Euro im Jahr – das geht aus dem Beteiligungsbericht hervor. Besonders bei großen Gesellschaften wie den Stadtwerken oder der Wohnbau werden hohe Gehälter gezahlt, während andere Unternehmen ihre Vergütungen nicht offenlegen.

An der Spitze steht der Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke AG, Daniel Gahr. Er erhielt 2024 eine Gesamtvergütung von 411.875 Euro, davon rund 316.800 Euro Grundgehalt und etwa 95.000 Euro an variablen Bestandteilen. Seine Vorstandskollegin Kerstin Stumpf kam – nach ihrem Einstieg im April – auf 229.688 Euro. Ihr Vorgänger Tobias Brosze erhielt für das erste Quartal noch 87.719 Euro.

Ebenfalls im oberen Bereich liegt die Vergütung beim Wirtschaftsbetrieb Mainz: Vorständin Jeanette Wetterling erhielt 251.000 Euro – vollständig als Festgehalt.

Ein genauer Blick zeigt zudem: In einigen Fällen summieren sich Einkommen aus mehreren Funktionen. Besonders auffällig ist dies bei Franz Ringhoffer. Als Geschäftsführer der Wohnbau Mainz erhielt er 2024 eine Gesamtvergütung von 209.000 Euro, davon 190.000 Euro fix und 19.000 Euro variabel. Zusätzlich taucht Ringhoffer bei einer weiteren städtischen Gesellschaft auf – dort wurden ihm weitere 49.000 Euro gezahlt (40.000 Euro Grundgehalt plus 9.000 Euro variabel). Damit kommt er insgesamt auf mindestens 258.000 Euro aus städtischen Beteiligungen.

Auch sein Wohnbau-Kollege Roman Becker verdient deutlich sechsstellig: Seine Gesamtvergütung lag bei 193.167 Euro (davon 190.000 Euro Grundgehalt).

Besonders hohe Vergütungen werden bei der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) gezahlt: Geschäftsführer Ralf Sadowski kommt laut Bericht auf rund 306.000 Euro, sein Kollege Nils Teske auf etwa 175.000 Euro; für einen weiteren Geschäftsführer wird eine anteilige Vergütung ausgewiesen.

Auch in anderen städtischen Beteiligungen werden sechsstellige Gehälter erreicht: So erhält Felix Wälder, Geschäftsführer der biomindz-Gesellschaft, rund 143.000 Euro im Jahr, Dirk Schmitt, Geschäftsführer des Life Science Zentrum 118.000 Euro und Michael Klaus Huber, GF von in.betrieb gGmbH Gesellschaft für Teilhabe und Integration 150.000. Im Stadtmarketing liegt das Niveau ähnlich: Die Geschäftsführung der mainzplus CITYMARKETING GmbH, Marc-André Glöckner und Katja Meilahn, erhielt jeweils 143.000 Euro im Jahr 2024.

Für mehrere weitere Gesellschaften nennt der Bericht hingegen keine konkreten Bezüge der Geschäftsführungen – darunter das Staatstheater. Dort werden zwar die Namen der Verantwortlichen aufgeführt, konkrete Vergütungszahlen fehlen jedoch, vermutlich, weil es landesfinanziert ist. Einzelne kleinere Beträge im Bericht – etwa im Bereich weniger tausend Euro – beziehen sich nach der Systematik des Beteiligungsberichts nicht auf Monatsgehälter, sondern auf Jahres- oder Teilbeträge wie Sitzungsgelder.

Der Beteiligungsbericht offenbart damit ein gemischtes Bild: Während große Konzerne wie die Stadtwerke oder die Wohnbau ihre Gehälter detailliert offenlegen, bleibt die Transparenz bei kleineren Gesellschaften begrenzt.

Fest steht jedoch: Führungspositionen in den großen Mainzer Beteiligungen sind lukrativ - insbesondere dort, wo Infrastruktur, Energieversorgung oder Wohnungsbau gebündelt sind. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass einzelne Manager über mehrere Funktionen hinweg verdienen – und so auf deutlich höhere Gesamteinkommen kommen können, als auf den ersten Blick sichtbar ist.

➜ Die Beteiligungsberichte der letzten Jahre

➜ Der aktuelle Beteiligungsbericht im Bürgerinformationsportal