Top oder Flop? Wie es um das Mainzer Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof steht

Das Fahrrad-Parkhaus am Hauptbahnhof West in Mainz ist eines der größten in Deutschland. Doch lohnt sich die rund zwei Millionen Euro teure Anlage inzwischen?

Top oder Flop? Wie es um das Mainzer Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof steht

Mainz will eine echte Fahrradstadt werden. Außer der Neugestaltung des öffentlichen Straßenraums, in dem Radfahrer und Fußgänger künftig gegenüber Autofahrern bevorzugt werden, hat die Stadt bereits an der Infrastruktur gearbeitet. So eröffnete im Mai 2021 an der Westseite des Hauptbahnhof ein Fahrrad-Parkhaus mit 1000 Stellplätzen. Laut Stadt ist es somit eines der größten in ganz Deutschland. Doch noch im letzten Jahr schien sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass es die Stellplätze kostenlos genutzt werden können. So herrschte dort oft gähnende Leere, während viele Räder einfach vor dem Parkhaus abgestellt wurden.

„Radparken in der ganzen Stadt ausweiten“

Inzwischen hat sich die Auslastung des Fahrrad-Parkhauses aber wohl verbessert, wie Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) gegenüber Merkurist erklärt: „Laut Betreiber PMG gehen die Nutzerzahlen immer weiter nach oben.“ Erfahrungen aus Kfz-Parkhäusern zeigten auch, dass Parkhäuser in der Regel nach rund sieben Jahren erst vollausgelastet sind.

Wie hoch nun die Auslastung konkret ist, dass will der Radfahrbeauftragte der Stadt Mainz, Tobias Welz, jetzt genau prüfen. „Wir führen dazu derzeit eine wöchentliche Zählung durch. Damit wollen wir die aktuelle Auslastung ganz genau untersuchen.“ Vor Kurzem seien die Markierungen vor Ort erneuert worden, um deutlich zu machen, dass hier auch kostenlos geparkt werden kann. „Viele Radfahrer denken offenbar, sie müssten im Parkhaus bezahlen und stellen ihr Rad dann lieber im Außenbereich ab“, erklärt Welz. Weitere Fahrradparkhäuser in Mainz seien im Moment nicht geplant. „Aber wir wollen natürlich das sichere Radparken in der ganzen Stadt ausweiten“, so Welz. Am Bahnhof Römisches Theater entstehe zum Beispiel eine weitere Bike and Ride-Anlage.

Bald Lastenräder bei MVG zu leihen?

Außerdem soll so gut es geht dafür gesorgt werden, dass die Radfahrer auch freie Fahrt haben. Zugeparkte Radwege seien dabei -wie auch deutschlandweit - ein Problem. Wie Welz sagt, habe der Bund deswegen in der Straßenverkehrsordnung eine Verschärfung der Bußgelder beschlossen. Doch man will auch aktiv dafür sorgen, dass das Problem gelöst wird. „Das Zuparken von Radverkehrswegen kriegt man aus planerischer Sicht nur in den Griff, in dem man es baulich verhindert“, so Welz. Dazu gehörten geschützte Radfahrstreifen, die es bereits in der Großen Bleiche gebe. Diese erschwerten, dass Radwege einfach zugeparkt werden können. Ansonsten könne man das Problem nur mit der Verkehrsüberwachung lösen, erklärt der Radfahrbeauftragte.

Und auch sonst setzt die Stadt weiterhin auf das Rad. So soll das „Mein Rad“-System der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) ausgebaut werden. „Es ist unser Fahrradverleihsystem und das funktioniert auch. Es gibt sogar bereits Gespräche darüber, Lastenfahrräder mit in das Verleihsystem aufzunehmen“, kündigt Welz an. Die Planungen der MVG seien dazu aber noch in einem frühen Stadium.

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