Sandro Schwarz: Bewegende Worte an junge Häftlinge

Mainz-05-Trainer Sandro Schwarz ist für sein soziales Engagement bekannt. An diesem Montag besuchte er jugendliche Strafgefangene in der JVA Rockenberg - und fand bewegende Worte.

Sandro Schwarz: Bewegende Worte an junge Häftlinge

Bewegender Besuch von Sandro Schwarz in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rockenberg: Der Cheftrainer des 1. FSV Mainz 05 traf sich dort am Montag mit 16 Jugendstrafgefangenen. Auf Einladung der „DFB-Stiftung Sepp Herberger“ sprach er mit ihnen über ihre Perspektiven nach der Haftentlassung. „Lasst uns das ohne Berührungsängste machen, ich will von euch etwas mitnehmen“, so Schwarz zu Beginn seines Besuchs.

Wie die Sepp-Herberger-Stiftung in einer Pressemitteilung schreibt, müssen die 16 jungen Häftlinge Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren verbüßen. Schwarz fand im Gespräch mit ihnen auch Parallelen zu seiner eigenen Arbeit. So erhielt er als erster Coach der Bundesliga-Geschichte eine gelb-rote Karte im Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Zuerst habe er sich ungerecht bestraft gefühlt. „Aber diese Art zu Denken bringt einen nicht weiter. Die Vergangenheit darf niemals die Zukunft zerstören“, sagte Schwarz.

Der Bundesliga-Coach empfahl den jugendlichen Gefangenen Selbstkritik, aber auch Selbstlob. „Wenn ihr etwas gut gemacht habt, sagt euch das auch mal. Nach diesem Gefühl, eine Aufgabe stark abgearbeitet zu haben, eine Herausforderung geschafft zu haben, müsst ihr süchtig werden.“ Schwarz machte den jungen Häftlingen Mut: „Jetzt sitzt ihr hier drinnen. Aber der Tag wird kommen, wo jeder einzelne von euch die Chance hat, das Blatt noch einmal zu wenden. Diese Chance müsst ihr nutzen. Wenn sich etwas zuspitzt, könnt ihr auch mal einfach weggehen. Das ist kein Zeichen von Schwäche.“ Nach rund zweieinhalb Stunden und einem gemeinsamen Mittagessen verließ Sandro Schwarz das Gefängnis im hessischen Rockenberg. Sein Fazit: „Es war sehr emotional, das hat mich berührt.“

Hintergrund

Moderiert wurde der Austausch von Mentaltrainer David Kadel. Schwarz und Kadel besuchten die JVA für die Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ der 1977 gegründeten DFB-Stiftung. Das Programm wurde im September vom Fußball-Verband UEFA als bestes europäisches Breitenfußballprojekt im Jahr 2019 ausgezeichnet. Derzeit beteiligen sich 22 Jugendstraf- und Justizvollzugsanstalten aus zehn Bundesländern an dem gemeinsamen Programm der Sepp-Herberger-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der beteiligten Justizeinrichtungen und den jeweiligen DFB-Landesverbänden. Über Angebote aus den Bereichen „Fußball“, „Arbeit/Beruf/Schule“ und „Soziales“ werden die jugendlichen Strafgefangenen während ihrer Haftzeit auf das Leben danach. Dabei soll der Fußball helfen, zurück in die Gesellschaft zu finden. (df)

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