Warum Schulbusse Kinder oft stehen lassen

Einige Busse, vor allem in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, sind so überlastet, dass viele Kinder gar nicht erst mitgenommen werden. Die Eltern sind verzweifelt, die Verkehrsverbünde fühlen sich aber nicht zuständig für das Problem.

Warum Schulbusse Kinder oft stehen lassen

Überfüllte Busse, Kinder, die an den Haltestellen einfach stehengelassen werden: „Seit Jahren“, so klagen Eltern vor allem aus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, kommen ihre Kinder oft nicht zur Schule – weil der Bus einfach an ihnen vorbeifährt.

„Wir Eltern müssen wiederholt einspringen“, erklärt Merkurist-Leserin Tina Krämer. Auch andere Leser berichten von ihren Erfahrungen: „Gestern fuhr der Bus einfach an uns vorbei oder lässt nur die Hälfte rein und schließt kommentarlos die Türen. Das kenn ich schon seit drei Jahren“, schreibt jemand. „Entweder kommt erst gar kein Bus oder er rauscht an den Kindern vorbei. Nicht selten kommen sie dann zu spät zur Schule.... oder eben gar nicht, wenn kein Elternteil da ist, das dann fahren kann“, erklärt ein anderer. Viele Eltern seien es inzwischen schon gewohnt, ihre Kinder mit dem Auto in die Schule zu fahren, doch möglich sei das nicht für jeden, etwa, weil sie bereits an ihrem Arbeitsplatz sind. Dann müssten Kinder bei fremden Eltern mitfahren, um pünktlich in der Schule zu sein.

Eingeklemmte Rucksäcke, Gedränge im Bus

„,Frischen Fünftklässlern’ liefen die Tränen, da sie nicht wussten, was sie tun sollten“, berichtet Tina, deren Sohn die achte Klasse besucht. „Diese dürfen dann schauen, wie sie in die Schule kommen.“ Kinder, die es in den Bus geschafft haben, würden dicht gedrängt darin stehen. „Die Bustüren schließen dann fast nicht mehr, und schon öfter wurden Kinder oder Schulranzen beim Schließen der Tür eingequetscht.“ Lisa ärgert sich darüber, dass sie ihr selbst gezahltes Ticket oft nicht nutzen kann „Da ist es echt nervig, wenn der Bus nicht kommt.“

Beschwerden bei der Busgesellschaft würden kein Gehör finden, so Tina Krämer. „Man wird stets weiterverwiesen und keiner fühlt sich zuständig.“

„Diese dürfen dann schauen, wie sie in die Schule kommen“ - Leserin Tina Krämer

Wer ist aktuell zuständig für die Busse in der Region? Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN), zu dem die ORN Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH gehört, verweist auf Nachfrage an den Rhein-Nahe-Verkehrsverbund (RNN). Dieser übernimmt jedoch erst ab dem 17. Oktober die Strecken und die Planungen für den Schülerverkehr, „in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kreisverwaltung“, teilt Eva Thull von der RNN mit. Eine konkrete Antwort zu der aktuellen Situation geben beide Verkehrsgesellschaften bis heute nicht.

Was der RNN jedoch mitteilt: „Im Rahmen des ÖPNV-Konzeptes schafft der RNN gemeinsam mit den Landkreisen zusätzliche Verbindungen im gesamten Landkreis Mainz-Bingen und Bad Kreuznach“, so Thull gegenüber Merkurist – und damit laut ihren Angaben Fahrtmöglichkeiten „auch für Schüler, die außerhalb der Kernschulzeiten die Schule aufsuchen oder verlassen müssen.“

Kaum Schulbusse in Mainz

Spezielle Busse, die ausschließlich die Schulen anfahren, gibt es in der Stadt Mainz übrigens nicht. So würden in Mainz keine gesonderten Schulbusse eingesetzt – mit wenigen Ausnahmen, erklärt der Pressesprecher der Mainzer Mobilität (MM) Michael Theurer. Dazu seien es zu viele Schulen, die in Mainz angefahren werden. Daher sei es „schwierig bis unmöglich“ vorauszusagen, wie die Schülerströme sind.

„Es fahren aber zu der Zeit mehr Busse und Straßenbahnen“, so Theurer. Die ersten Wochen nach den Ferien würde immer beobachtet, wie die Auslastung der Busse und Bahnen sei. Dann würden teilweise auch „Verkehrsmesser“ zum Einsatz kommen. Bei hoher Auslastung würde dann eventuell versucht, mit zusätzlichen Fahrzeugen entgegenzuwirken. Bei Problemen und Fragen könne man sich auch immer beim Verkehrscenter melden, so Theurer.

Logo