Vor der Ortsverwaltung in Mainz-Mombach halten sich regelmäßig Menschen auf, die Alkohol konsumieren. Das bestätigen die Stadt und die Polizei auf Anfrage. Laut Merkurist-Lesern sorge dies bei Passanten teilweise für ein unangenehmes Gefühl. Die Pressestelle der Stadt betont jedoch „dass der reine Aufenthalt im öffentlichen Raum – auch im trunkenen Zustand – nicht verboten ist“. Voraussetzung sei natürlich, dass dadurch keine Störungen der öffentlichen Sicherheit beziehungsweise Ordnung erfolgen.
Die stellvertretende Ortsvorsteherin Myriam Lauzi bestätigt: „Bislang sind uns keine konkreten Vorfälle bekannt, bei denen Besucherinnen oder Mitarbeitende belästigt wurden.“ Die Mainzer Pressestelle fügt hinzu, dass dem Ordnungsamt zuvor keinerlei Beschwerden bezüglich des Personenkreises bekannt waren. Aufgrund der Presseanfrage habe die Ortsverwaltung jedoch das Ordnungsamt gebeten, die Situation vor Ort zu prüfen.
Polizei bestätigt: Nur selten Einsätze
Auch die Polizei hat Kenntnis über die Gruppe. Laut Pressesprecher Markus Weyerhäuser sind es meist weniger als zehn Personen. Sie seien jedoch alkoholisiert und verhielten sich mitunter laut und auffällig. Er erklärt: „Auch wenn dies im Einzelfall störend oder gar bedrohlich auf Außenstehende wirken kann“, komme es nur „sehr selten“ zu Einsätzen. Im Jahr 2026 sei bislang lediglich eine Körperverletzung aufgenommen worden. Meist werde die Polizei zu dieser Gruppe gerufen, weil es zu lautstarken verbalen Streitigkeiten komme, über die sich Anwohner beschwerten.
Der Mombacher Danny hat mitbekommen, dass teilweise laute Musik abgespielt werde. Dass sich Anwohner oder Gaststättenbetreiber davon belästigt fühlen, könne er gut nachvollziehen. Er selbst traf sich am Freitagabend vor der Ortsverwaltung mit Freunden. Er wohnt in der Nachbarschaft und kennt die besagte Gruppe. Daher weiß der 37-Jährige um die Gründe für die Ortswahl: „Der Platz ist gut angebunden. Es gibt hier direkt eine Bushaltestelle, einen Kiosk und Discounter, öffentliche Toiletten, Bänke, Mülleimer, und einen großen Baum, der Schatten spendet.“ Er habe gesehen, wie die Gruppe sogar den Brunnen nutzt, um ihre Getränke zu kühlen.
Nach Einschätzung der Polizei stellt der Bereich trotz der regelmäßigen Treffen keinen Straftatenschwerpunkt dar. Dass die Polizei laut Merkurist-Leser üblicherweise mit mehreren Streifenwagen zu diesem Einsatzort anrückt, hat einen einfachen Grund: „Werden der Polizei Streitigkeiten oder gar Körperverletzungen in (größeren) Gruppen gemeldet, fahren wir aus Gründen der Eigensicherung grundsätzlich mit mehreren Fahrzeugen die Örtlichkeit an.“ Die Örtlichkeit werde zusätzlich regelmäßig in die Streifentätigkeit einbezogen. Hinweise und Beschwerden aus der Bevölkerung nimmt die Polizei nach eigenen Angaben weiterhin ernst. Genau wie offensichtlich auch die Stadt, die nun das Ordnungsamt auf den Plan gerufen hat, um die Angelegenheit zu prüfen.