Überfüllte Busse, Verspätungen und Ausfälle: Deshalb hakt es im Mainzer ÖPNV

Zutritt verboten – so heißt es salopp gesagt gerade auf manchen Fahrten im Schulbusverkehr. So sollen Kinder teilweise wegen Überbelegung an den Haltestellen zurückbleiben müssen. Doch das sind aktuell nicht die einzigen Probleme im Mainzer ÖPNV.

Überfüllte Busse, Verspätungen und Ausfälle: Deshalb hakt es im Mainzer ÖPNV

Wer in Mainz auf den ÖPNV angewiesen ist, braucht zurzeit auf manchen Strecken starke Nerven. Denn immer wieder fallen Fahrten aus, verzögern sich drastisch, oder Fahrgäste können aufgrund einer Überbelegung gar nicht mehr zusteigen. Vor allem bei den Buslinien 70 und 71 kommt es momentan zu größeren Problemen.

Mit diesen hat nun unter anderem auch Leserin Taschi zu kämpfen. „Mein Sohn besucht seit diesem Jahr die IGS Bretzenheim. Leider kommt der Bus sehr häufig verspätet und ist dann überfüllt.“ Bis zu 1,5 Stunden müssten Kinder dann teilweise an der Haltestelle warten, weil im Bus keine Plätze mehr frei seien, sagt die besorgte Mutter. „Das Problem ist für die Schulkinder und uns Eltern sehr belastend.“ So oft sie könne, hole sie nun ihren Sohn und dessen Freund ab, sagt Taschi. „Aber das ist nicht im Sinne des Erfinders.“

Doch was sind nun die Gründe für diese Zustände? Auf Anfrage von Merkurist bestätigt der Pressesprecher der Mainzer Mobilität (MM) Michael Theurer, dass es auf den Linien 70, 71 und 76 seit einiger Zeit zu Verspätungen – im Schnitt um die 10 Minuten – in der Hauptverkehrszeit kommt. Grund seien mehrere Baustellen, beispielsweise in der Rheinallee und der Frauenlobstraße. Dort stünden dann auch Busse im Stau. Eine Lösung des Problems scheint aktuell aber nicht in Sicht zu sein.

„Höhere Gewalt“?

Auf Grund der „weiterhin angespannten Personalsituation und des Erkältungswetters“ könne man aktuell leider nicht immer verhindern, dass es zu einzelnen Fahrtausfällen auf allen Linien kommt, erklärt Theurer. Krankmeldungen von Fahrern erfolgten teilweise erst sehr kurzfristig vor dem Dienstbeginn. „Wenn wir die Fahrt dann nicht mit unserem Reserve-Fahrpersonal durchführen können, weil es zu viele Krankmeldungen gibt, muss diese Fahrt notgedrungen ausfallen.“ In einigen Fällen könnten die wartenden Fahrgäste dann leider nicht mehr kurzfristig informiert werden.

Doch bei Staus im (Berufs-)Verkehr könnte sich die Situation mitunter sogar noch verschärfen, wie Theurer erklärt. „Wenn sich die Fahrt verzögert und das abzulösende Personal dadurch bereits kurz vor Erreichen der zulässigen Lenkzeit ist, sind wir gesetzlich verpflichtet, die Busfahrt aus Gründen der Sicherheit auch unterwegs abzubrechen.“ In der Regel würden Fahrer aber an Haltestellen wie Hauptbahnhof, Bismarckplatz oder Münsterplatz ausgetauscht, damit Fahrgäste besseren Anschluss hätten. Ein zusätzliches Problem sei, dass die Linien 57, 70, 74 und 90 in Bretzenheim aktuell wegen Bauarbeiten umgeleitet werden müssen.

Für Leserin Taschi sind die genannten Gründe zwar nachvollziehbar, einfach hinnehmen möchte sie diese aber nicht. Deshalb will sie „als nächsten Schritt die Verkehrsministerin anschreiben“, um eine Lösung des Problems herbeizuführen.

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