Becher und Verpackungen: Müll-Problem in der Mainzer Oberstadt

Schon seit Jahren gibt es ein Problem mit Verpackungsmüll in der Berliner Siedlung. Der zuständige Ortsvorsteher kennt das Thema und will nun verstärkt gegen das Problem vorgehen.

Becher und Verpackungen: Müll-Problem in der Mainzer Oberstadt

In ihrem Snip hat eine Merkurist-Leserin kürzlich auf ein Müll-Problem in der Mainzer Oberstadt aufmerksam gemacht. Wie sie mit Fotos dokumentierte, stapelten sich Anfang Februar vor der Filiale von Werner’s Backstube in der Berliner Siedlung die hauseigenen Kaffeebecher. „Kein schöner Anblick“, so die Leserin. Ihr Ansatz: „Wäre eventuell hilfreich, als Bäckerei auch einen Mülleimer zu stellen.“

Auch andere Leser beteiligten sich im Snip an der Diskussion, sie sehen die Verantwortung allerdings nicht nur bei den Mitarbeitern der Bäckerei-Filiale. Die Kunden selbst könnten schließlich auch darauf achten, den Müll anständig zu entsorgen und eben nicht nur auf den überfüllten städtischen Mülleimer zurückgreifen.

Dauerthema für den Ortsvorsteher

Oberstadt-Ortsvorsteher Daniel Köbler (Grüne) kennt das Müll-Problem in der Berliner Siedlung, wie er gegenüber Merkurist sagt. „Dieses Thema ist leider ein Dauerthema“, gibt er zu. „Es begleitet mich nun schon in all den Jahren, seit ich im Amt bin.“ Köbler nimmt „Werner’s Backstube“ allerdings auch in Schutz: „Das Problem besteht ja nicht nur vor der Bäckerei, sondern zum Beispiel auch an den weiteren Imbissen in der Ladenzeile dort.“ So seien auch schon häufiger Beschwerden bei ihm eingegangen, weil die Pizza-Kartons eines Imbisses in direkter Nachbarschaft zur Bäckerei einfach in einem Gebüsch vor Ort entsorgt wurden.

Insgesamt habe sich das Problem mit der Vermüllung vor den Läden in der Berliner Siedlung während der Pandemie verstärkt, so Köbler. Weil Gastronomien zunehmend auf den To-Go-Verkauf setzten, entstehe auch immer mehr Verpackungsmüll – und der wird offenbar von den Kunden nicht immer fachgerecht in der Mülltonne entsorgt. Im Fall der Berliner Siedlung zeigt sich laut dem Ortsvorsteher auch deutlich, dass das Müll-Problem nahezu nur vor gastronomischen Geschäften besteht: „Die anderen Mülleimer im Viertel sind häufig nahezu leer“, so Köbler. Das habe er in Gesprächen mit dem Entsorgungsbetrieb als Rückmeldung erhalten.

Köbler will Problem „verstärkt angehen“

Eine Lösung des Problems könnte laut Köbler sein, dass die Betreiber der Gastronomien vor Ort ihre Kunden auf das Problem aufmerksam machen und sensibilisieren. „Wenn durch Mitarbeiter oder Aushänge in den Läden erklärt wird, dass Kunden einfach mal den nächsten oder übernächsten Mülleimer nutzen sollen, kann das schon sehr hilfreich sein“, sagt Köbler. Geschäftsbetreiber könnten hin und wieder auch den Kontakt zum Entsorgungsbetrieb suchen, wenn mal wieder besonders viel Müll vor der Filiale anfällt.

Mit angestoßen durch die Kritik der Merkurist-Leserin will Köbler das Thema „in den nächsten Wochen und Monaten“ nun noch einmal „verstärkt angehen“ und das Gespräch mit dem Entsorgungsbetrieb und den ansässigen Geschäften suchen, wie er sagt.

Was „Werner’s Backstube“ sagt

Bei „Werner’s Backstube“ scheint der Müll vor der Filiale in der Berliner Siedlung ein bekanntes Thema zu sein. Ein Unternehmenssprecher erklärt auf Merkurist-Anfrage, dass sowohl im Innen- und Außenbereich der Filiale Abfallbehälter vorhanden seien, die für die Kunden bereitstünden und auch öffentlich zugänglich seien. „Diese Behälter werden vom gesamten Team über den Tag hinweg kontrolliert. Alle Gäste und Besucher von ‘Werner’s Backstube’ haben so die Möglichkeit, anfallenden Müll darüber zu entsorgen“, erklärt der Sprecher weiter.

„Gerne“ mache man die Gäste der Bäckerei-Filiale wiederholt auf die Themen Müll und Müllvermeidung aufmerksam, heißt es weiter. „Im größeren Rahmen kann diese Aufklärung und Sensibilisierung nur die Stadt Mainz leisten.“ Dennoch stehe „Werner’s Backstube“ aber schon länger für Themen wie Umweltbewusstsein und Müllvermeidung. So bietet die Bäckerei-Kette mehrere Mehrwegvarianten bei To-Go-Kaffee an, darunter Becher aus recyceltem Kunststoff und aus Porzellan. Zudem setze man im hauseigenen Fuhrpark zum Teil auf Elektrofahrzeuge und sei zudem bestrebt, energieeffizient zu produzieren. Dafür sei man bereits mit dem Mainzer Umweltpreis bedacht worden.

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