Rechnungshof kritisiert Übernahme des Ingelheimer Krankenhauses

„Weder ein tragfähiges Konzept noch eine belastbare Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung“

Rechnungshof kritisiert Übernahme des Ingelheimer Krankenhauses

Der Rechnungshof Rheinland-Pfalz hat die Übernahme des Ingelheimer Krankenhauses durch die Mainzer Unimedizin im Jahr 2017 kritisiert. In einem zehnseitigen Bericht heißt es, dass „weder ein tragfähiges Konzept noch eine belastbare Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung“ vorgelegen habe.

Das Krankenhaus Ingelheim war Ende 2017 von einer Gesellschaft übernommen worden, die die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Stadt Ingelheim eigens zu diesem Zweck gegründet hatten. Bereits im ersten Jahr nach der Übernahme habe die Unimedizin mindesten 3,4 Millionen Euro in die Klinik investiert. „Es besteht die Gefahr, dass das Krankenhaus dauerhaft Verluste erwirtschaftet.“

Durch die Zusammenarbeit des Krankenhauses Ingelheim mit der Universitätsmedizin sollten Synergiepotenziale in beiden Häusern erzielt werden. Allerdings sei nicht hinreichend untersucht worden, wie sich diese Potenziale realisieren lassen. Unwirtschaftlich sei es etwa gewesen, eine externe Geschäftsführung mit der Grundvergütung von 528.000 Euro jährlich zu beauftragen. Im Wirtschaftsplan 2018 hätte zudem eine Vermögens- und Finanzplanung gefehlt.

Generell sei der Bedarf für das Krankenhaus gar nicht nachgewiesen worden. Im Bericht heißt es dazu: „Durch eine Schließung des Standorts Ingelheim würde keine Unterversorgung entstehen. Überkapazitäten würden abgebaut.“

(ps)

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